Buchung des Lichtes.
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ein scharfes, von Farbensäumen und Schleiern freies Bild des Gegen-standes zu liefern (das wie „gezeichnet" aussehen soll, daher derName).
Bei den modernen Mikroskopen (und Fernrohren) verwendet man zurVermeidung der sphärischen und chromatischen Aberration [§§ 123, 1301statt einfacher Linsen Linsensysteme, die beim Objektiv aus 2—4 und mehrEinzellinsen bestehen, beim Okular dagegen gewöhnlich nur aus zwei plan-konvexen Linsen. Letztere sind beim HUYGENSschen Okular 1 so ange-ordnet, daß beide Konvexseiten nach dem Objekt hin sehen; die untere Linse(„Kollektivglas") macht die vom Objektiv kommenden Strahlen konvergenter,Wodurch ein etwas kleineres reelles Bild, als ohne sie, entsteht, das die obereLinse („Augenglas") als Lupe vergrößert. Beim BAMSDENschen Okulardagegen (das hauptsächlich bei Fernrohren, zur Anwendung kommt) sind diekonvexen Flächen beider Linsen gegeneinander gerichtet; beide Linsen wirkenhier als Lupen.
Objektiv und Okular sind durch ein Metallrohr (den Tubus) verbundendas gegen den Objekttisch (eine mit zentraler Öffnung versehene Metall-platte) verschieblich ist. Auf letzteren kommen die zu untersuchenden Gegen-stände (Präparate), die man vorher auf eine rechtwinklige Glasplatte (Objekt-träger) bringt und in der Regel mit einem kleinen dünnen quadratischenGlasplättchen (Deckgläschen) bedeckt. Die Untersuchung der Präparateerfolgt fast ausschließlich mittels durchfallenden Lichts, das durch einen untenbefindlichen Spiegel in die Achse des Mikroskops geworfen wird. Bei modernenMikroskopen benutzt man außerdem zur besseren Durchleuchtung des Prä-parates einen sog. Kondensor 2 , d. i. ein unmittelbar unter dem Objekttischangebrachtes Linsensystem, welches das vom Spiegel kommende Licht im Prä-parat konzentriert. Zwischen Spiegel und Präparat befindet sich ein Blenden-träger zur Aufnahme von Blanden, d. s. Metallscheiben mit zentraler Öff-nung von bestimmter Größe; bei den Irisblenden läßt sich die Öffnungmittels eines am Rande befindlichen Griffes in einfacher Weise konzentrischvergrößern und verkleinern. Spiegel, Kondensor und Blende bilden den Be-leuchtungsapparat, dessen vollkommenste Konstruktion von ABBE stammt.Hier ist der Kondensor vertikal verschieblich, ev. auch ausklappbar; diefür sich bewegliche Irisblende kann exzentrisch gestellt und um die Mikro-skopachse gedreht, auch ganz beiseite geschoben werden. Der ABBEsche Be-leuchtungsapparat gestattet daher, Öffnung' und Einfallsrichtung der Beleuchtungsbüschel Während der Untersuchung in bequemster Weise nach Be-lieben zu ändern.
Bei den gewöhnlichen Trockensystemen befindet sich zwischen demObjekt bzw. Deckglas und der untersten Linse des Objektivs („Frontlinse")Luft als Medium. Bei den für stärkste Vergrößerungen in Betracht kommendenImmersionssystemen füllt man aber diesen Raum durch eine Flüssigkeitaus, und zwar in der Regel durch eine solche, die den gleichen Brechungs-exponenten hat wie die Frontlinse und das Deckgläschen (homogene Im-
1 Irrtümlich auch CAMPANIsch.es Okular genannt. — 2 Eigentlich Vor-richtung zur Verdichtung (des Lichts), von condenso verdichten. * UnterÖffnung (Apertur, Öffnungswinkel) versteht man den Winkel zwischen denRandstrahlen des Lichtkegels, der vom Achsenpunkt des Objekts zu einerLinse (oder einem Spiegel), im vorliegenden Falle zum Objektiv geht.
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