310
Specielle Therapie.
sprechen für sieh, sind hastig in ihren Handlungen,schimpfen, schreien, suchen Händel etc., zuletzt verwirrensich die Vorstellungen, und die Krankheit tritt unverkenn-bar hervor.
Endlich ist noch eine durch die Erfahrung bekannteForm krankhafter Seelenstörung zu besprechen, die Mono'manie oder sogenannte partielle Manie. Sie charak-terisirt sich durch krankhafte Abweichung des Seelenle-bens in einer einzelnen, bestimmten Richtung, wobei dieSeelenverrichtungen in ihrem übrigen Umfange und Inhaltenormal erscheinen. Solche Monomanien äussern sich, J enach den drei verschiedenen Hauptrichtungen des Seelen-lebens, als Monomanien des Verstandes (fixe Ideen), de sWillens (instinctive Monomanie, z. B. Stehlsucht, Mord"sucht etc.), oder endlich der Gefühle (Moral insanity). D iefixen Ideen sind entweder Ueberreste eines allgemeine! 1"Wahnsinnes, oder sie bilden sich ursprünglich aus krank-haften körperlichen Empfindungen, z. B. die Idee, das»ein Theil des Körpers von Glas sei, dass sich irgend ei»Thier oder dergl. im Körper befinde u. s. w. Bei derinstinctiven Monomanie ist der Wille das blindeWerkzeug eines übermächtigen Triebes, den der Krankeselbst verabscheut, aber nicht zu überwinden vermag (0 D 'session). Endlich die Monomanie der Gefühle, wobeidiese in krankhafter Stimmung zu abnormen Willensbe-Stimmungen werden. Eine krankhafte Verstimmung derGefühle kann aber nur da angenommen werden, wo gan»neue Gefühle unmotivirt auftauchen oder herrschende Ge-fühle plötzlich in ihr Gegentheil umschlagen, oder gewisseGefühlsveränderungen periodisch sich bemerklich machen-— Höchst merkwürdig ist ferner noch eine Manie, welcheKinder und Erwachsene, Frauen und Männer, verworfen^und noch schuldlose Individuen, in gewissen Zeiten und-Gegenden, gleich einem heissen Fieber, das wie durch ein eLuftströmung über die Grenze geführt, überfallen hat. b °erzählt der um die Bekämpfung des Hexenwesens hoch-verdiente Johann Wier, in seinem berühmten Werke „'-'praestigiis Daemonum", von der Besessenheit viele