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Handbuch der Homöopathie : mit Benutzung fremder und eigener Erfahrungen nach dem neuesten Standpunkte der Wissenschaft
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Specielle Therapie.

den. Diesem gehen meistens heftige kolikartige Schmerzen,oft bis zur Unerträglichkeit, verbreitet über den ganzenLeib, doch um den Nabel am heftigsten, voran. DerSchmerz zeigt gewöhnlich mehr oder minder lange Exacer-bationen, die offenbar durch die Fortbewegung des Darm -inhalts erzeugt werden. Selten ist damit Uebelkeit oderwirkliches Erbrechen verbunden. Meistens fehlen dieSchmerzen und der Durchfall bildet die alleinige hervor-tretende Krankheitserscheinung. Treten die Durchfälle ohneFieber und Magenaffection auf, dann ist die Verdauungungestört. Katarrhe des Duodenum und desoberen Theiles des Dünndarmes erscheinen meistmit hartnäckiger Verstopfung, die Zunge ist un-bedeutend oder bei gleichzeitig vorhandenem Magenkatarrhschleimig belegt, Appetit gleich Null, Fieber mit trockenerHaut und erheblichem Durst sind vorhanden und der bett-lägerige Patient magert schnell ab. Ganz sicher ist dieDiagnose des Dünndarmkatarrhs, wenn, wie nicht selten,Icterus gleichzeitig besteht, eine Folge der Fortpflanzungdes Duodenalkatarrhs auf die Gallenwege. Katarrheim untern Theile des Dickdarms haben die grössteAehnlichkeit mit der Ruhr. Die Schmerzen sind oft un-erträglich kneipend und zusammenziehend und verbreitensich vom Nabel gegen das Kreuz zu. Bei den Stuhlent-leerungen tritt oft arges Drängen und Pressen (TeneS-mus) ein.

Der fieberlose acute Darmkatarrh dauert gewöhnlichnur einige Stunden, kann aber bei Vernachlässigung chro-nisch werden. Ist der acute Darmkatarrh mit Fieber ver-bunden, dann geht er gewöhnlich erst in einigen Tagenin Genesung über. Beim Darmkatarrh höheren Gradestreten im Anfange oft Schüttelfröste, gewöhnlich vor denrStuhlgange, ein; das Fieber kann einen sehr hohen Graderreichen und ist oft schwer von Typhus zu unterscheiden-

Die secundären Darmkatarrhe sind immer vonandern gleichzeitig bestehenden Krankheitsprocessen be- -gleitet und können oft, wie bei der Lungenschwindsucht,die Lebenskraft sehr erschöpfen.