232
Speeielle Therapie.
besonders das Emphysem und der dasselbe begleitendekatarrhalische Process, welcher die venöse Blutstauung(Hyperämie) erzeugt. Um diesem entgegenzuwirken, wer-den wir vorzugsweise von jenen Mitteln Gebrauch machen,die wir bei Asthma von Lungenemphysem angeführt. —■Bryonia verabfolgen wir beim Hydrothorax dann mit gutemErfolge, wenn beim Tiefathmen Stiche in der Brust em-pfunden werden; ein Symptom, welches auf sich heran-bildende Brustfellentzündung deutet. Wir reichen dasMittel in stündlicher Wiederholung so lange, als diesesSymptom währt. Bessert es sich in den ersten 24 Stundennicht, dann greifen wir zu Cantharis 3. Zeigen sichOedeme der unteren Extremitäten, ist der Urin sehr spar-sam und hell, dann machen wir von Squilla Gebrauch,welche uns in derartigen Fällen selten im Stiche Hess. —-Bei heftigem, mit Schleimrasseln verbundenem Katarrh,bedeutender Dyspnoe mit cyanotischer Gesichtsfarbe, hef-tigem Husten und Erstickungsangst, ist Ipecacuanha und beiähnlichen Erscheinungen mit grossem Kräfteverfall unddrohender Lungenlähmung, Tartarus emet. 3. das souver-änste Mittel. — Ist die Dyspnoe sehr bedeutend und vonlange bestehendem Emphysem abhängig, dann geben wirLobelia; ist jedoch der Zustand mit capillärer Bronchitiscomplicirt, sind die Kräfte schon sehr erschöpft, ist dasGesicht blass oder cyanotisch, dann verabfolgen wir Phos-phorits. Bei bedeutendem Kräfteverfall, Kälte der Haut,bläulicher Gesichtsfarbe und kalten Schweissen, Arsen, oderVeratrum. — Stellen sich die Erscheinungen der Cyanosemit Vergehen der Sinne und Sopor ein, Zeichen die aufbeginnende Blutvergiftung durch Kohlensäure hindeuten,dann machen wir von Ammon. carb. 3. sofort Gebrauch.Mit dieser Arznei werden wir, wenn nicht zu spät verab-folgt, die drohende Gefahr für den Augenblick noch ab-zuwenden vermögen.
Ist der Hydrothorax und die ihn verursachende Stau-ung im Venensystem abhängig von Herzkrankheiten,von Stenose oder Insufficienz der Mitralklappe, dann ver-abfolgen wir nach den obwaltenden Umständen: Arsenicuni,