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Handbuch der Homöopathie : mit Benutzung fremder und eigener Erfahrungen nach dem neuesten Standpunkte der Wissenschaft
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Einleitung.

Kummer macht die Tliräne fliessen, die Lüsternheit nacheiner Speise vermehrt die Speichelabsonderung, der Schreckbringt Schweissabsonderung und Angst Diarrhöe hervor,während sie zugleich von heftigem Herzklopfen begleitetsind. Besonders ist der Schreck ein Seelenact, der sichim innigsten Connexe mit einer starken positiven Od-entwickelung, durch den ganzen Leib, darstellt. So liegenallen krankhaften Empfindungsveränderungen.die, meist durch sehr geringfügige Anlässe ver-ursacht werden, Schwankungen der odpolarenThätigkeitsäusserung e n im Organismus zuGrunde, denen oft noch ein von Aussen hinzu-tretendes feindliches Agens den Character einerbestimmten Krankheit aufdrückt. Je mehr sichnun die auf Seiten der Lebenskraft stehende Odnegativitätim Körper vermindert, je mehr tritt der auf Seiten derOdpositivität stehende Chemismus, der grösste Feind desLebens, in den Vordergrund.

Schon Plato giebt in seinem Philebos eine Erklärungvon Wohl- und Uebelbefinden, die uns seine tiefe Einsichtin die Natur der Empfindungen bewundern lässt; die merk-würdige Stelle lautet in getreuer Uebersetzung: ,.Wenndas, was in einem thierischen Körper harmonisch sein soll,seine Uebereinstimmung verliert, so entsteht für ihn so-gleich die Gefahr der Auflösung und die Erzeugung vonSchmerzen; wird aber diese Uebereinstimmung wieder her-gestellt, so entsteht Wohlbehagen oder eine angenehmeEmpfindung."

Der harmonische Ausgleich der odpolaren Thätigkeits-äusserungen im Organismus bedingt das Wohlsein. Beieinem gesunden Menschen ist die Odnegativität vorwaltend,welche dem thierischen Leben in ungleich stärkerem Masseinnewohnt, als dem pflanzlichen. (Je kräftiger, je voller,je flotter dieses Leben ist, desto höher erhebt sich in ihmseine Negativität. Und so ist mit der strotzendsten Ge-sundheit die grösste odische Negativität verbunden.Reichenbach.) Krankheit und Unwohlsein neigt dagegenzur Odpositivität. Doch sind die odischen Aeusserungen