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Homöopathische Pharmakopoöe
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Veratrinum.

nicht übelriechenden, trichterförmigen Blümchen. Die Wurzel, derallein officinelle Theil, bestellt aus einem länglichen, rundlich-höcke-rigen, etwa 3 Cm. langen, vorn abgestumpften Wurzelstock, welchermit nach allen Seiten auslaufenden, dicht stehenden, bis 15 Cm.langen, stielrunden, mit Zasern besetzten Wurzelfasern bewachsenist. Seine Farbe ist frisch lichtbraun oder röthlich-grau, getrocknetdunkler, bis in's Schwärzlichbraune, unter der Oberhaut lichter.Geruch durchdringend, eigenthümlich campherähnlich, Geschmackähnlich, hintennach etwas bitter.

Die durch den Droguenhandel aus Alpengegenden bezogeneWurzel verdient den Vorzug vor jeder andern; wir bereiten davonnach Reg. 1 mit verdünntem Weingeist Tinktur von röthlich-braunerFarbe und sehr kräftigem Geruch und Geschmack.

Veratrinum.

Veratrium, Veratrina. Veratrin.

Aus dem Saamen des Veratrum Sabadilla wird dieses Alkaloidauf folgende Weise gewonnen.

Nachdem derselbe zuerst so viel als möglich von den zähen, leich-ten Hüllen befreit worden, wird er in ein gröbliches Pulver verwan-delt und zwar, zu Vermeidung des höchst schädlich wirkenden Staubesunter Zusatz von etwas Weingeist. Dieses Pulver wird sodann mitder dreifachen Menge starken Weingeistes, der mit wenig reinerSchwefelsäure angesäuert ist, einige Stunden lang in einer dem Koch-punkte nahen Temperatur digerirt. Diese Operation kann mit zweiDritttheilen der früheren Menge Weingeistes noch 1—2 mal wieder-holt werden. Nach dem Abpressen des letzten Auszuges werdensämmtliche Flüssigkeiten zusammen der Destillation unterworfen,bis der Weingeist abgetrieben ist. Der Rückstand wird unter Zusatzeiner entsprechenden Menge Wassers in einer Porzellanschaale sooft gekocht, als Aetznatron in einer abgenommenen Probe noch einenNiederschlag erzeugt. Die vereinigten, durch vorsichtiges Abdampfeneingeengten Flüssigkeiten werden nun mit Aetznatron so lange ver-setzt, als sich noch ein Niederschlag damit ergiebt. Dieses, auf einemFiltrum gesammelt und mit reinem Wasser abgewaschen, wird als-bald in gehöriger Wärme vollkommen ausgetrocknet. Zur Entfer-nung sowohl des beigemischten Sabadillins, wie des Farbstoffesvermische man nun den getrockneten Niederschlag mit gleichenGewichtstheilen gereinigter Knochenkohle und macerire ihn mitder sechsfachen Menge Aether's unter öfterem Umschütteln, welche