Druckschrift 
Homöopathische Pharmakopoöe
Entstehung
Seite
130
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

130

Guaco.

Geschmack, wodurch sie sich am leichtesten von anderen, dem Habitusnach ihr ähnlichen, unterscheidet.

Die vor der Entwicklung der Blüthen, im Mai, gesammeltePflanze sammt der Wurzel wird nach Reg. 2 zur Essenz bereitet, dieeine gesättigt grün-braune Farbe und sehr bitteren Geschmack hat.

Guaco.

Wahre Guako- oder Huakopflanze, giftwidrige Mikanie. VonMikania Guaco Humb. et Bonpl. Cl. XIX. 0. 1. L. fam. Compositae.

Diese, in ihrem Vaterlande, Columbien, Mexico, Guatemala,Venezuela und anderen Punkten Nordamerika^, ihrer Heilkräftehalber sehr geschätzte Schlingpflanze war bis zur Zeit der Europadurchziehenden Choleraepidemie bei uns unbekannt. Sie wurdedamals gegen diese Krankheit empfohlen und kam durch dieDroguenhandlungen Süddeutschlands zuerst nach Europa. Sie isteine Liane, welche sich an Stamm und Zweige der Bäume ihrerUmgebung anheftet. Die sehr langen, runden, gedrehten, gefurchten,bis 1 Cm. starken, grau-grünlichen, flimmernd-glänz enden, holzigenStengel sind mit rauhen Haaren besetzt. Die 9—12 Cm. langen,gegen 7 Cm. breiten Blätter finden sich nur spärlich, sind gestielt,eiförmig zugespitzt, schwach gezähnt, unterhalb mit steifen Haarenbesetzt; die Blumen stehen an den Seiten der jüngeren Aeste inDoldentrauben. Von dem, der frischen Pflanze eigenthümlichen Ge-ruch hat die Drogue kaum noch die Spur. Der Geschmack derBlätter ist bitterer als der der Stengel und sind erstere, als diekräftigeren Arzneiträger, vorziiziehen.

Zur Bereitung einer Tinktur nach Reg. 1 sind die oberstenschwächeren Theile der Stengel, die Blätter und Blüthenstände zuwählen. Sie hat eine blassgelb-grüne Farbe.

Guajacum.

Mesina Guajaci nativa, Gummi s. Gummi-resina Guajaci, Gummittgni sancti. Guajakharz, Guajakgummi, natürliches Guajakharz,Franzosenholzgummi. Von Guajacum officinale L. Cl. X. 0. 1. fam.Rutaceae.

Das Guajakharz stellt unregelmässige, grosse, vieleckige, ander Oberfläche splitternde, an den dünnen, muscheligen Bruchstellengelb-grünlich durchscheinende Stücke oder Massen dar, hat eineneigenthümlichen, benzoe-äknlichen Geruch und süsslichen, späterkratzenden Geschmack; das graxi-weisse Pulver färbt sich an der