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Homöopathische Pharmakopoöe
Entstehung
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2 Einleitung.

öffentlichen Mittheilungen Hahneinann's eine Reihe einzelner Arbeitenso wie mehrere Hilfsbücher pharmakotechnischen Inhaltes von sehrverschiedenem Werthe hervorgerufen. Diese Bestrebungen habenjedoch ihr Ziel immer nur unvollkommen erreichen können, weil sie.theils vereinzelt dastehend, nur einseitigen Ansichten folgten, oderweil es ihnen theilweis überhaupt an wissenschaftlicher Grundlagefehlte, endlich, weil ihnen überall diejenige Ermächtigung abging,ohne welche sie eine allgemeine Geltung und Einführung, selbst beianerkanntem innern Werthe, zu erlangen nicht vermochten. Es bliebdaher das allgemeine, mit jedem Jahre sich fühlbarer machendeBedürfniss eines umfassenden und auf wissenschaftliche Erfahrungenbegründeten Werkes bisher noch unbefriedigt.

Hatten die meisten Verfasser jener Schriften hauptsächlich dasärztliche Publikum im Auge, dem sie einen Leitfaden zur Darstel-lung der homöopathischen Arzeneien in die Hände geben wollten, sobedingte diese Bestimmung einerseits eine Menge Erörterungen, diedem in der Pharmakotechnik Unbewanderten nöthig wurden, währendsie auf der andern Seite dem sachkundigen Pharmaceuten mancheLücken und Mängel darboten, deren Erscheinen hauptsächlich darinErklärung findet, dass die Verfasser in pharmaceutischen Wissen-schaften selbst mehr oder weniger Laien waren.

Je überzeugender sich aber nach und nach die Wahrheit heraus-stellte, dass die Aerzte, deren Wirkungskreis für sich schon ein soumfangreicher ist, der Darstellung einer solchen Masse von Arznei-vorräthen, die zum Theil auf schwierigen chemischen Prozessenberuht, so wie sie den Besitz eines vollständigen Laboratorii bedingt,unmöglich gewachsen sein können [viel weniger noch der in medici-nischem wie in pharmaceutischem Wissen gänzlich unbewanderteLaie], desto sicherer musste diese Erfahrung zu dem naturgemässenStandpunkt zurückführen, den nur einseitiger, bei weitem nicht genugbegründeter Eifer und Misstrauen verrückt hatte, d. h. auf den Bei-stand und die Mitwirkung der Pharmacie, welche allein befähigt undausgerüstet ist, das grosse Feld zu bebauen, von dessen FrüchtenTausende von Leidenden Linderung und Genesung hoffen.

Es gehört nicht zur Aufgabe dieses Buches, den seit langer Zeit,und oft von beiden Theilen mit grosser Leidenschaftlichkeit geführtenStreit über das Recht und den Beruf der Pharmaceuten zu aus-schliesslicher Bereitung homöopathischer Arzneien zu schlichten:vielmehr möge hier die oben gegebene Hindeutung auf die von derNatur der Sache gebotene Notwendigkeit genügen, welche die Wie-derherstellung des richtigen Standes beider Parteien bedingt.

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