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Die Arzneimittel-Synthese auf Grundlage der Beziehungen zwischen chemischen Aufbau und Wirkung : für Ärzte, Chemiker und Pharmazeuten
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737
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Giohtmittel.

737

CH,

- NH OC

Äthylenoxamid I | + H 8 -

CH 2NHOC

+ 2H.0

Das zur Gewinnung von Pipcrazin verwendbare aromatische Disulfon-piperazid

/CH 2 . CH 2 xM3H..CH,-

N.SO,R

wobei R einen Kohlenwasserstoffrest (C f) H 5 , C 6 H 4 .CH 3 resp. C 10 H 7 ) bedeutet,kann man erhalten, indem man zuerst ein aromatisches DisulfonäthylendiaminRS0 2 .NH.CH 2 .CH 2 .NH.S0 2 R darstellt 1 ). Ein solches bildet sich durch Ein-wirkung von zwei Molekülen eines aromatischen Sulfochlorids auf ein MolekülÄthylendiamin oder durch Einwirkung von zwei Molekülen eines aromatischenSulfoamids auf ein Molekül Äthylenchlorid oder Äthylenbromid. Die aroma-tischen Disulfonpiperazide bilden sich nun durch Einwirkung von einem MolekülÄthylenchlorid oder Bromid auf Disulfonäthylendiamine. Naturgemäß kann manzu den Piperazindisulfonderivaten der aromatischen Reihe auch direkt durchReaktion von je einem Molekül eines aromatischen Sulfonamids mit Äthylen-chlorid gelangen 2 ).

Aus dem so gebildeten aromatischen Disulfonpiperazid erhält man Piperazin,indem man Wasser oder eine Mineralsäure bei erhöhter Temperatur darauf ein-wirken läßt. Bei der Spaltung scheidet sich der Kohlenwasserstoff ab und ausdem eingedampften Rückstande wird durch Einwirkung von Lauge freies Piperazingewonnen. So kann man aus Dibenzoldisulfonpiperazid, Di-o-toluoldisulfon-piperazid, Di-p-toluoldisulfonpiperazid, Dixyloldisulfonpiperazid, Di-a-naphthalin-disulfonpiperazid, Di-/?-naphthalindisulfonpiperazid durch Wasser oder Mineral-säuren bei erhöhter Temperatur_ Piperazin abspalten. Ebenso gelingt es durchVerschmelzen mit Natron unter Überleitung von erhitztem Wasserdampf Piperazinfrei zu machen, auch wenn man in eine siedende amylalkoholische Suspensioneines solchen Piperazids Natriummetall einträgt und die amylalkoholische Lösungmit salzsaurem Wasser ausschüttelt 3 ).

Ein weiteres Verfahren zur Darstellung des Piperazins beruht auf der Be-obachtung, daß sich Glykolnatrium mit Säurederivaten des Äthylendiamins beiErhitzung zu Piperazin umsetzt 4 ). Auf diese Weise wurde Diacetyl-, Oxalyl-, Di-benzoyläthylendiamin, Äthylenurethan und Äthylenharnstoff durch Behandlungmit Glykolnatrium in Piperazin übergeführt. Auch auf umgekehrtem Wege durchErhitzen der Natriumverbindungen der Säurederivate des Äthylendiamins mitwasserfreiem Glykol auf 170200° erhält man ebenfalls Piperazin. Ersetzt manGlykol durch Äthylenbromid, so vollzieht sieh die Reaktion schon bei niedererTemperatur. Die Natrium-Säurederivatc des Äthylendiamins erhält man, indemman Natrium entweder auf das geschmolzene Säurederivat oder auf das z. B.in Anilin, Dimethylanilin oder einem anderen Lösungsmittel gelöste Säurederivatbei Siedetemperatur des Lösungsmittels einwirken läßt 5 ).

Dinitrosodiphenylpiperazin und nach folgender Formel analog gebauteKörper

X)H. CH,

NO.R.N

Naa,

CH.

N.R.NO

gehen auch durch Kochen mit schwefliger Säure in Piperazin über 6 ):

rtTT ___ OTT

NO.C 6 H 4 .N<f \N.C 6 H 4 .NO+2NaHS0 3

\CH, CH/

J ) DRP.

70055.

2 ) DRP.

70056.

3 ) DRP.

73125.

4 ) DRP.

67811.

°) DRP.

73354.

6 ) DRP.

74628.

Fr'änkel, Arzneimittel-Synthese. 3

Aufl.

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