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Die Arzneimittel-Synthese auf Grundlage der Beziehungen zwischen chemischen Aufbau und Wirkung : für Ärzte, Chemiker und Pharmazeuten
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Gichtmittel.

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Das Lösungsvermögen aller dieser Substanzen für Harnsäureäußert sich nur, wenn freie Harnsäure mit der Base zusammentrifft.Geschieht dies aber bei Gegenwart eines Natronsalzes, so bildet sichwieder das schwer lösliche primäre harnsaure Natron.

Die Praxis zeigt nun, daß die von der Theorie gelehrte Aussichts-losigkeit durch Zufuhr von harnsäurelösenden Basen die Harnsäuream Ausfallen zu verhindern oder Konkremente von Harnsäure oderharnsauren Salzen wieder in Lösung zu bringen, tatsächlich eintrifft.Man hat sich durch objektive Erfahrungen überzeugen lassen müssen,daß die harnsäurelösenden Mittel als solche wertlos und wenn manWirkungen sieht, diese vielmehr durch andere Umstände verursachtsind. |

Diese Mittel besitzen meist eine diuretische Wirkung und diese,sowie die bei dem Genüsse von lithiumhaltigen Mineralwässern ein-tretende Diluierung des Harnes vermehren die Ausscheidung der Harn-säure, obgleich es sich hier nicht etwa um eine Lösung der Harnsäuredurch die eingeführte Base, sondern vielmehr um Verdünnung desHarnes und Vergrößerung der Harnmenge handelt.

Außer den besprochenen Wegen zu harnsäurelösenden Mitteln zugelangen, schlug W. His vor, Stoffe zu suchen, die in den Kreislauf ge-langen und mit der Harnsäure leicht lösliche oder leicht oxydable ge-paarte Verbindungen bilden. Doch ist ein Stoff dieser Art bis nun nichtgefunden worden.

Zu den oben entwickelten physikalischen Gründen der Unwirk-samkeit der basischen Mittel, welche gegen die harnsaure Diatheseempfohlen wurden, treten noch hinzu: Die äußerst geringe Konzen-tration ihrer Lösungen im Organismus (1:54000), ferner die rascheAusscheidung durch die Nieren und unter Umständen noch die Ver-brennung der Mittel in den Geweben, durch welche letzterwähntenFaktoren eine weitere Abnahme der Konzentration des Lösungsmittelsim Organismus erfolgt. Als ein solches harnsäurelösendes Mittel wurdedas wirkungslose Piperazin empfohlen und Dispermin benannt.

Piperazin wurde von A. W. Hofmann durch Einwirkung von Ammoniak aufÄthylenbromid x ) erhalten. Aus dem Basengemische wurde Piperazin durchfraktionierte Destillation gewonnen, wobei sich nach dem Abkühlen aus der Piper-azinfraktion Diäthylendiamin abscheiden ließ. Bequemer läßt sich Piperazin

!) BB. 23. 3297 (1890). Proc. Roy. Soc. London 10. 231.