Mittel, welche auf die Darmsehleimhaut wirken.
rufigallussäurepentamethylätlier und Diacetylrufigallussäuretetramethyl-äther. Das Exodin *) wirkt mild abführend.
Von synthetischen Trioxyanthrachinonen wurde Anthrapurpurin(1.2.7-Trioxyanthrachinon) als Abführmittel versucht und zwar in Formdes Diacetates, welches durch gelindes Acetylieren entsteht. Im Magen-saft unlöslich, wird es vom Darmsaft allmählich unter Spaltung aufge-genommen 2 ). Es wurde Purgatol genannt. Die synthetischen Di- undTrioxyanthrachinone erzeugen als solche heftige Koliken.
Entgegen den Anschauungen Tschirch's findet Pio Marfori in denverschiedenen Drogen verschiedene Isomere des Dioxymethylanthra-chinon (Chrysophansäure). Die aus Chrysarobin dargestellte Chrysoplian-säure ist eine ganz unschädliche Substanz, sie zeigt nach Marfori garkeine purgative Wirkung und ist in dieser Beziehung ihre Gegenwartin den Drogen ohne jede Bedeutung. Ein Oxydationsprodukt ausChrysarobin hingegen, welches ein Gemenge verschiedener Isomerenzu sein scheint, zeigte eine energisch purgative Wirkung, während einesolche dem Chrysarobin C 30 H 26 O 7 selbst völlig abgeht.
Paderi 3 ) erklärt die Wirkung der Chrysophansäure durch Toni-sierung der glatten Muskelfasern, da sie wie Strychnin, aber schwächerwirkt; der Effekt beruht auf der Gegenwart der Anthracengruppe,nicht aber auf Methyl oder Sauerstoff, da er auch dem Anthracen,Anthrachinon und Alizarin zukommt.
Der Gehalt des Aloins an Hydroxylen befähigt diese abführendeSubstanz zur Bildung von Verbindungen, die geschmacklos und nichtso leicht (wegen seiner Hydroxylgruppen) zersetzlich sind, wie dasAloin selbst. Wenn man Pormaldehyd mit einem Molekül Aloin reagierenläßt, so tritt eine Methylengruppe in zwei Hydroxyle ein, und manerhält ein Methylenderivat des Aloins, welches die gleiche Wirkung wiedie Muttersubstanz zeigt.
Versetzt man eine Lösung von Aloin in Wasser mit der entsprechenden Menge40%igen Formaldehyds, so daß 10 kg Aloin in 20 kg Wasser mit 10 kg 40%igemFormaldehyd zusammengebracht werden bei Gegenwart von 10 kg konzentrierterSchwefelsäure, so scheidet sich das Kondensationsprodukt als flockiger und harzigerNiederschlag aus, der nach dem Auswaschen der Schwefelsäure pulverförmigwird 4 ).
Hans H. Meyer stellte Tribromaloin C 16 H 13 Br 3 0 7 dar, welches vielschwächer abführend wirkt, als Aloin und ferner Triacetylaloin
C 16 H 13 (C 2 H 3 0) 3 0 7 + y 2 H 2 o,
welches ebenso stark ekkoprotisch wirkt, wie reines Aloin und dabeiganz geschmacklos ist und gute Haltbarkeit zeigt.
Das Barbaloin C 20 Hl 8 O 9 ist ein Glykosid, das in Aloeemodin undin d-Arabinose gespalten werden kann (s. p. 683). Das Isobarbaloinliefert die gleichen Spaltungsprodukte, es muß also ein Isomeres desBarbaloins sein.
*) Ebstein, Deutsche med. Woehenschr. 1904. 12, Stauder, Therap. d. Gegenw.Juni 1904.
2 ) DRP. 117730.
3 ) Arch. di Farmacol. 1896. I. 35.*) DRP. 86449.