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Die Arzneimittel-Synthese auf Grundlage der Beziehungen zwischen chemischen Aufbau und Wirkung : für Ärzte, Chemiker und Pharmazeuten
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Eisen.

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des

Pio

Durch Verdauung wird Hämatogen nicht angegriffen, das EisenFerratins aber in Eisenchlorid übergeführt l ).Wenn man sich bei einem vorliegenden Eisenpräparat überzeugenw iU, ob das Eisen in demselben organisch gebunden (larviert) ist oder°b es sich um ein organisches Eisensalz handelt, bedient man sich ambesten der Probe von Macallum 2 ). Diese Probe beruht auf der Ver-färbung von Hämatoxylinlösungen durch Eisensalze. Man bereiteteine frische %%ige Lösung von Hämatoxylin in Wasser und setzte me kleine Menge der zu prüfenden Substanz zu. Präparate, welcheanorganische Eisenverbindungen sind, erzeugen eine blauschwarzeFärbung, während die Präparate mit organisch gebundenem Eisen mitöena Hämatoxylin nicht reagieren.

Eine Prüfung mit diesem Reagens zeigt, daß das Spaltungsproduktdes Hämoglobins, das Hämatin, sowie das Eerratin aus Ochsenlebem,organische (larvierte) Eisenverbindungen sind, hingegen ist das künst-liche Eerratin eine anorganische Eisenverbindung, ebenso wie allesonstigen Eisenpeptonate und Albuminate.

Warum trotzdem im künstlichen Ferratin das Eisen scheinbarlarviert erscheint, ist aber von keiner Seite genügend aufgeklärt worden.v on Interesse für dieses auffällige Verhalten des Eerratin ist, daß das^uperatin (eine dem Ferratin nachgebildete Kupferverbindung [Kupfer-albuminsäure]) auch für den Menschen im wesentlichen unbedenklich'Wirkt, während stearinsaures Kupfer sehr giftig ist 3 ).

Bei einer Nachuntersuchung der O. Schmiedeberg'schen Angabenlanden Beccari und Scaffidi 4 ) sowie E. Salkowski 5 ), daß das natürlicheferratin kein Körper sui generis, keine Ferrialbuminsäure sei, sonderne in Nucleoproteid mit schwankendem Eisengehalt und daß die künst-liche Ferrialbuminsäure mit dem natürlich vorkommenden Körper nichtidentisch oder verwandt sei.

Um die unangenehmen Nebenwirkungen der Eisenpräparate zuvermeiden, bedient man sich mit Vorliebe der Verbindungen des Eisensmit Eiweiß (Eisenalbuminate), (hierher gehört auch das Ferratin),Pepton (Eisenpeptonate), Albumosen (z. B. Eisensomatose), Eisen-saccharate etc.

Ein Eiseneiweißpräparat, welches im Magensaft ganz unlöslich underst durch Einwirkung von Darmsaft Eisen abspaltet, soll die Eiweiß-verbindung des Naphtholgrün (Eisenverbindung des a-nitro-f?-naphthol-ß-sulfosauren Natrons) sein. Therapeutische Versuche liegen nicht vor.Der Bedarf nach Eisenpräparaten liegt bei der großen Verwendungvon Eisen darin, daß man den Magen wenig belästigende Kombinationensucht und bei dem langen Gebrauche dieser Mittel gern abwechselt.Dieses ist der Grund der wahren Hochflut verschiedenster Eisenpräparate,die tagtäglich „erfunden" werden.

x ) R. Robert, Deutsche med. Woehenschr. 1894. 600.

2 ) Journ. of physiol. 22. 92. 187.

3 ) Nach Schwarz, AePP. 35. 437 ist diese Angabe unrichtig. Bei solchenKupferverbindungen ist die Wirkung sehr verlangsamt, aber sonst identisch.

4 ) Maly's Jährest), f. Tierchemie 32. 494 (1902), HS. 54. 448 (1907/8).

5 ) HS. 58. 282 (1908/9).

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