Narkosetheorie.
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Wirkenden Substanzen abgeben, ohne aber die Wirkungen der Sub-ftanzen selbst aus ihrer bloßen Verteilung zu erklären. Für die Er-klärung der Wirkungen sind bis nun wohl die chemischen und nichte Physikalischen Momente die sichereren und klareren.
Overton's 1 ) Versuche an Kaulquappen über die narkotische Wir-kung von Substanzen zeigten, daß in den verschiedenen homologen■deinen die Verbindungen im allgemeinen um so stärkere Narkoticas md, je länger ihre Kohlenstoffkette ist, daß aber dies nur bis zu Kettenvon einer gewissen Länge zutrifft, während darüber hinaus die nar-kotischen Eigenschaften wieder verschwinden (resp. nicht zum Vor-schein kommen können), daß ferner unter den verschiedenen Isomeren,^•B. eines Alkohols, derjenige das stärkste Narkoticum ist, dessen■^-ohlenstoffkette am wenigsten verzweigt ist (oder anders gesagt,dessen Molekül sich am meisten von der Kugelgestalt entfernt). Weiter-hin ergab sich bei dem Vergleiche der narkotischen Kraft von Benzol,Naphthalin und Phenanthren, daß Phenanthren viel stärker narkotischWirkt als Naphthalin und letzteres wieder viel stärker als Benzol. Dasnut dem Phenanthren isomere Anthracen wirkt dagegen nicht merklichnarkotisch. Wenn ferner in einer beliebigen organischen Verbindunge m Wasserstoffatom oder ein Halogenatom durch eine Hydroxylgruppeersetzt wurde, so hatte die dadurch entstehende Verbindung eine vielgeringere narkotische Kraft, als die Ausgangssubstanz, was beim Ein-treten von zwei oder mehr Hydroxylgruppen in das Molekül sich innoch viel höherem Grade bemerkbar machte. Dagegen hatte die Sub-stitution des Wasserstoffatoms einer Hydroxylgruppe durch eine Methyl-r esp. e i ne Alkylgruppe stets die Wirkung die narkotische Kraft starkzu vergrößern, resp. erst rein hervortreten zu lassen, eine Erscheinung,die sowohl bei einem alkoholischen, als auch bei einem PhenolhydroxylZu beobachten war. Die Ersetzung eines Chloratoms durch ein Brom-atom und eines Bromatoms durch ein Jodatom verursachte ebenfallsll n allgemeinen eine Zunahme der narkotischen Kraft der Verbindung.
Die stärksten Narkotica sind, nach Overton, Verbindungen, diegleichzeitig eine sehr geringe Löslichkeit in Wasser mit einer sehr hohenLöslichkeit in Äther, Olivenöl kombinieren.
Overton hat die Verhältnisse am Muskel ganz besonders eingehenduntersucht und aus seinem sehr reichen Material auch wichtige Schluß-folgerungen gezogen. Er konnte nämlich feststellen, daß die Löslichkeitvon chemischen Verbindungen für die hier in Betracht kommendenLösungsmittel bis zu einem gewissen Grade eine additive Eigenschaftls t und hat direkt ■ einen Zusammenhang zwischen chemischerKonstitution und Löslichkeit bis zu einem bestimmten Grade,d. h. für spezielle Atomgruppen feststellen können. Er fand folgendes:
L Die Teilung aller organischen Verbindungen, die nur aus Kohlen-stoff und Wasserstoff bestehen, zwischen den Lösungsmitteln Wasserund Äther (oder Wasser und fast einem beliebigen flüssigen organischenLösungsmittel) geht stets zugunsten des Äthers (resp. des organischenLösungsmittels) im allgemeinen. Das gleiche gilt für die Halogen- und
x ) Overton: Studien über die Narkose. Jena 1901.Pränkel, Arzneimittel-Synthese. 3. Aufl.
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