Umwandlung der ternären Alkaloidc in Ammoniumbasen.
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es erzeugt keine Krämpfe, sondern Paralyse und hat Curarewirkung.Athylstrychnin wirkt ebenso *).
J. Tillie 2 ) behauptet, daß die Addition von Methyl zu Strychnin nicht,wie bisher angenommen wurde, eine völlige Umwandlung des Wirkuugs-charakters, sondern lediglich eine Modifikation der Aufeinanderfolgeund der Intensität der Grundwirkungen des Strychnins bedingt.
Brucin und Thebain wirken wie Strychnin und ebenso verhaltensich ihre Methylderivate zum Methylstrychnin; beim Codein haben dieSalze der Methylverbindung nicht die krampferregende Wirkung desCodeins. Da dieses Alkaloid nur eine schwache Schlafwirkung hat, sowar es schwer zu erkennen, wie weit diese Wirkung in der Methylver-bindung verändert war. Die letztere lähmt die motorischen Nerven-endorgane, was Codein nicht vermag. Morphinmethylhydroxyd hatgar keine schlafmachende Wirkung als Jodidverbindung, welche fastunlöslich ist. Hingegen wirkt Morphinmethylsulfat narkotisch, machtaber keine Krämpfe, sondern Paralyse. Methylnicotin 3 ) war wenig giftig,machte keine Krämpfe, aber auch keine lähmende Wirkung auf diemotorischen Nervenendorgane. Crum Brown und Fräser untersuchtenauch die Wirkung des Jodmethyls selbst, welches aber keine solchenWirkungen zeigte.
Atropin hat eine etwas komplizierte physiologische Wirkung, da esFunktionen des Zentral- und sympathischen (autonomen) Nervensystemsbeeinflußt. Die Wirkungen der Methyl- und Äthylderivate differieren inbezug auf das Zentralnervensystem vom Atropin, während die Wirkungauf das sympathische Nervensystem wesentlich dieselbe ist. Die dasBückenmark reizende Wirkung des Strychnin, Brucin, Thebain, Codeinund Morphin kommt den Salzen der Ammoniumbasen, welche vondiesen Alkaloiden abstammen, nicht zu, aber diese Derivate besitzendafür eine paralysierende Wirkung auf die motorischen Nervenendi-gungen. Eine ähnliche Veränderung ist bei den Alkylderivaten desAtropins zu sehen. Diese Derivate sind kräftiger lähmende Körper alsAtropin selbst.
Die Salze des Atropinmethylhydroxyds und -äthylhydroxyds sindfür niedere Tiere in viel kleinerer Dosis letal wirkend als die Salze desAtropins selbst. Paralyse des Vagus und Pupillenerweiterung werdena uch von den Derivaten des Atropins verursacht.
Coniin 4 ) ist eine Imidbase, Methylconiin eine Nitrilbase. Die SalzeVon Coniin und Methylconiin sind einander in Wirkung und Giftigkeits ehr ähnlich. Sie verursachen fortschreitende Lähmung und Tod durchAsphyxie. Coniinäthylhydroxyd macht ebenfalls periphere Lähmung
, J ) Schroff: Wochenbl. d. Zeits. d. Ges. d. Ärzte. Wien. 6. 157 (1866). Buch-aerm u. Loos, Eckhard's Beiträge 5. 205.2 ) AePP. 27. 1.. 3 ) Nach Crum Brown und Fräser ist Methylnicotin für Kaninchen nicht|!"ig. e s bedingt zu 0,6 und 1,0 g schwache Beeinträchtigung der Motilität ohneKonvulsionen und ohne Lähmung der peripheren Nervenendigungen zu bewirkenu nd tötet als Jodid, sowie auch als Sulfat Kaninchen zu 1,2 g.
*) Crum Brown u. Fräser, Transact. Roy. Soc. Edinburgh 25. 719l'ränkel, Arzneimittel-Synthese. 3. Aufl. 20