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Veränderungen der organischen Substanzen im Organismus.
Taurin geht in Taurocarbaminsäure x ) über, ebenso geht die Sulfanil-säure zum Teil in Sulfanilcarbarninsäure 2 )
Sulfanilsäure
Sulfanilcarbarninsäure
SO,
.C 6 H 4 .NH 2
SO
xC 6 H 4 ,
NH
*\
OH NH,
Nco
über, zum Teil geht sie unverändert in den Harn durch (s. S. 200). Xan-thogensäure CS(SH) (0 . C.,H) wird nach L. Lewin gerade auf in Schwefel-kohlenstoff und Alkohol gespalten. Äthylmercaptol und Thiophen werdennicht zu Schwefelsäure oxydiert. Diese Verbindung enthält aber zweiwertigenSchwefel, wovon jede Affinität durch Kohlenstoff gesättigt ist. Ähnlich ver-
hält sich Äthylsulfid
C 2 H 5C 2 H,
;ä, doch schützt diese Konstitution nicht alle
Körper vor der Oxydation zu Schwefelsäure. So bewirkt Carbamin-thiosäureäthylester NH 2 . CS. OC 2 H 5 und Carbaminthioglykolsäure XH 2 .CO.SCH 2 .COOH eine Vermehrung der Schwefelsäure im Harne. DieCarbaminthioglykolsäure spaltet sich wahrscheinlich im Magen zuThioglykolsäure SH.CH 2 .COOH, welche zu Schwefelsäure oxydiertwird, auch bei subcutaner Einverleibung des Kalisalzes erscheint dergrößte Teil des Schwefels dieser Substanz in Form von Schwefelsäureim Harn. Wahrscheinlich ist die Ursache, daß dieser Körper im Or-ganismus oxydiert wird, darin zu suchen, daß der Schwefel desselbenin der SH-Form enthalten ist; auch im Eiweiß wird vor allem die Sulf-hydrylgruppe zu Schwefelsäure oxydiert. Von folgenden untersuchtenSchwefelverbindungen, Sulfid, Sulfon, Mercaptal, Thioaldehyd wirdnur bei den Thiosäuren nach Smith beim Durchgange durch den Organis-mus der Schwefel vornehmlich zu Schwefelsäure oxydiert. Nach Lusiniwird Sulfaldehyd, Thialdin (Thialdin C 6 H 13 NS 3 macht bei Fröschenzentrale Lähmung, bei Kaninchen Schlafsucht, Verlangsamung des Herz-schlages und Herzstillstand in der Diastole) und Carbothialdin (wirkttetanisierend und macht Herzstillstand in der Diastole) durch die Nierenin Form präformierter und Ätherschwefelsäure ausgeschieden. Auchdie Sulfonsäure ergab nach Untersuchungen E. Salkowski's keine Ver-mehrung der Schwefelsäure mit Ausnahme der Isäthionsäure (Oxyäthyl-sulfonsäure), welche allerdings eine Ausnahmestelle einnimmt; fürdie Mercaptane wird es wahrscheinlich, daß sie nicht so leicht zu Schwefel-säure oxydiert werden, da sie zunächst in die sehr beständige Sulfon-säuren übergehen können. E. Salkowski 3 ) konnte die Regel aufstellen,daß Ätherschwefelsäuren aliphatischer Natur unverändert den Organis-mus durchlaufen, die Sulfonsäuren aber nur dann, wenn sie keine Hydr-oxylgruppen am Kohlenstoffkern haben. Sulfonal wird wahrscheinlichzu Äthylsurf osäure oxydiert 4 ). Doch bestätigen die Versuche von Smithdiese Voraussetzung nicht, da nach Einführung von Methylmercaptan
J ) Der Organismus des Kaninchens kann Taurin völlig zur Verbrennungbringen.
2 ) C. r. 114. 228.
3 ) Virchow's Arch. 66. 315.
*) W. J. Smith, HS. 17. 7 (1893).