Druckschrift 
4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
Entstehung
Seite
177
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

177

Tafel 131.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Diplotaxis muralis (nr. 1246). Habitus.» 1 a. Staubblätter und Fruchtknoten.» Ib. Oberer Teil der geöffneten Frucht,» 2. Erucastrum Pollichii (nr. 1250). Blütenspross.» 2 a. Blüte (vergrössert).» 2b. Same (stark vergrössert).» 3. Brassica nigra (nr. 1253). Blüten- u. Frucht-

spross.i) 3 a. Staubblätter und Fruchtknoten.

Fig. 3 b. Querschnitt durch den Samen. 3 c. Same (stark vergrössert). 4. Brassica Napus (nr. 1256). Blütenspross. 4 a. Geöffnete Blütenknospe (vergrössert). 4b. Same (vergrössert).

5. Raphanus Raphanistrum (nr. 1260). Blüten-spross. 5 a. Blüte (vorderer Teil der Blütenhülle entfernt). 5b. Querschnitt durch den Samen.

"verschmälert, zuweilen jedoch verkümmernd bis fehlend. Staubbeutel linealisch, etwa 1 bisl 1 / 2 mm lang. Früchte auf etwa 5 bis 15 mm langen, unter 45 bis 60° abstehenden, zurReifezeit stark verdickten (der Frucht selbst an Dicke fast gleichkommenden) Stielen auf-recht-abstehend, schmallinealisch-zylindrisch, etwa 5 bis 10 cm lang bei 1 bis l 1 / 2 mmDicke, meist gerade, gegen die Spitze zuweilen etwas verjüngt, beiderends stumpflich. Frucht-klappen gewölbt-gekielt, mit kräftigem, vorspringendem Mittelnerv und jederseits einemschwächeren (eingesenkten) Seitennerv. Rahmen und Scheidewand dick, letztere schwammig,mit zelligen, die Samen einschliessenden, gleichsam durch Querscheidewände getrennten Gruben(Fig. 774c), nur an den dünnsten Stellen durchscheinend; ihre Zellen klein, mit durchscheinendenWänden, mit Kristallbehältern untermischt. Griffel sehr kurz (meist kaum 1 /z mm lang),dick, kaum dünner als die Frucht; Narbe tief 2-lappig mit spreizenden Lappen. Samenln jedem Fach 1-reihig, sehr zahlreich (etwa 60 pro Fach), klein, länglich-eiförmig (etwa

/* bis 1 mm lang und l ji bis 2 /3 mm breit), etwas zusammengedrückt, an den Enden durchgegenseitigen Druck oft abgeplattet. Samenschale gelbbraun, ziemlich glatt (etwas längs-runzelig-grubig), bei Benetzung nicht verschleimend. Keimling rückenwurzelig, mit etwasgebogener Trennungsfläche der Keimblätter und vorspringendem Würzelchen. V bis VII,vereinzelt bis in den Herbst blühend.

Zerstreut (stellenweise häufig) an sonnigen, steinigen oder sandigen, wüsten Plätzen,an Dämmen, Felsen und Mauern, auf Flussalluvionen (Kämpen" im preussischenWeichsel-gebiet), an Wegrändern, auf Aeckern, Grasplätzen, Schuttstellen (namentlich um Getreide-lagerhäuser), Sandfeldern (z. B. um Berlin), Eisenbahngelände usw., vorzugsweise aufleichten Böden. Ursprünglich einheimisch höchstens im Gebiete der Pannonischen Floraln Niederösterreich und in Preussen östlich der Weichsel (im Anschluss an das zusammen-hängende osteuropäische Areal); seit dem Ende des 18. (Breslau nach Kr o cker 1790) unddem Anfang des 19. Jahrhunderts sich stark westwärts ausbreitend und heute über dasganze Gebiet zerstreut, vielfach eingebürgert.

In Deutschland um 1791 (Hoffmann) erst aus Schlesien (nach Krocker) bekannt (fehltz . B. j n Willdenow's Berliner Flora von 1787); seit ca. 1820 bei Frankfurt an der Oder. Heute ist die PflanzeIr " östlichen Deutschland fast allgemein verbreitet, besonders in den Stromtälern der Memel, der Weichsel undöer Oder, vorzugsweise in der Nähe der grossen Städte und von da aus den Eisenbahnlinien folgend (in SchlesienJ e doch anscheinend nirgends beständig). Im preussischen Weichselgebiet, wo sie sich sekundär im Stromtal

n det, dringt die Pflanze (z. B. bei Thorn) nicht selten zusammen mit dem amerikanischen Lepidium densi-

rum (vgl. Bd. IV, pag. 84) in die pontischen Pflanzengesellschaften (Silene chlorantha, Gypsophila fastigiata,

cabiosacanescens, Chondrilla juncea, Scorzonera purpurea usw.) vor. In Mitteldeutschland ist sie sehr zer-

treut und meist nur vorübergehend verschleppt (besonders im Elbegebiet, aus Böhmen eingewandert); in dernordwestdeutschen Tiefebene seit 1870 an zahlreichen Stellen (namentlich in Bahnhöfen und am Weserufer),teilweise dauernd eingebürgert (um Hannover z. B. vor 1867 nicht angegeben; jetzt nach Scheuermann äussersthäufig und völlig eingebürgert), seit 1890 auch auf Juist und Norderney; im Elsass 1812 von Villars und Nestlerau f Buntsandsteinfelsen oberhalb Mutzig entdeckt (ob noch dort?), heute im ganzen deutschen Rheintal und seinenHcgi, Flora Bd. IV 104