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klappen gewölbt, 3-nervig, vom Grunde nach der Spitze allmählich verschmälert. Scheide-Wand breit linealisch-pfriemlich, schwach durchscheinend, aus verlängerten Zellen mit starkverdickten Wänden gebildet, allmählich in den schlanken, walzlich-kegelförmigen, kaum1 mm langen Griffel mit deutlich 2-lappiger Narbe verschmälert. Rahmenstücke (Pla-zenten) am Grunde verbreitert und verdickt. Samen einreihig, etwa 6 pro Fach, ovoidisch,zusammengedrückt, ungeflügelt, 1 mm lang. Samenschale rötlich-gelbbraun, fast glatt (nurschwach längsrunzelig-grubig), bei Benetzung nicht verschleimend. Keimling oft schiefseitenwurzelig. Würzelchen vorspringend. — V bis Herbst.
Meist gemein an Strassen- und Wegrändern, an Dämmen, auf Schutt, in Hecken,a n kiesigen und sandigen Ufern; in der Nähe der menschlichen Wohnungen in die Ge-birge ansteigend (in Schlesien selten über 350 m, im Bayerischen Alpengebiet bis 600 m,'n Mähren bis 400 m, in Steiermark bis in die Voralpen, in Tirol bis 1200 m, in Grau-bünden bis 900 m [Glennertal], im Tessin bis 1600 m, im Wallis bis 1700 m). Gilt in Nord-deutschland als nicht einheimisch; wird jedoch für den Harz schon 1577 von Thal alsRuderalpflanze angegeben. Fehlte 1897 dem Kanton Appenzell.
Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa ausser dem nördlichen SkandinavienUnd Nordrussland (nordwärts bis Sogn, Südost-Norrland, in Finnland in Städten bis 63° 50',sonst nur bis 61° 50'); Kleinasien, Syrien, Kaukasus, Armenien, Westsibirien; westlichesNordafrika. Verschleppt und eingebürgert im Amurgebiet, in Südafrika, Australien, Neu-seeland, Nord- und Südamerika (z. B. Uruguay, Chile), Westindien und Grönland.
Aendert nur unwesentlich ab. Durch die Tracht weicht ab: f. Simplex Bolzon. Stengel einfach°der sehr spärlich verzweigt, nur 10 bis 20 cm hoch. Blütenstand armblütig. Früchte oft dünner und kürzerals beim Typus (Kümmerform, z. B. in Getreidefeldern oder in sehr dichten Beständen der Art). — Nach demSchnitt der Laubblätter sind zu unterscheiden: f. angustif ölium Wirtgen. Endabschnitt lanzettlich, 3 bis4mal so lang als breit, Seitenabschnitte sehr schmal, von einander entfernt; f. latifölium Wirtgen. End-abschnitt etwas breiter als lang, obere Seitenabschnitte sehr genähert; f. cri'spum Thellung. Laubblattabschnitteam Rande dicht eingeschnitten-gezähnt und kraus (Basel 1915, W. Weber!). — var. ruderäle (Jord. pro spec.) Rouyet Fouc. Laubblätter grösser, Frucht länger (16 bis 18 mm), um die Hälfte dicker als beim Typus (Bisher nurbei Montpellier). — Nach der Behaarung der Frucht lassen sich 2 Abarten unterscheiden: var. typicum Abromeit(= var. genumum Briquet). Fruchtklappen (und Fruchtstiele) borstlich-fiaumig behaart (Meist die häufigereForm). — var. leioeärpum DC. (= var. leiospermum [err. 1] Willk., = S. leiocarpum Jordan, = Erysimumofficinale Pursh). Fruchtklappen (und Fruchtstiele) kahl (So meist seltener; in Deutschland besonders an Salz-stellen und am Meeresstrande, auch mehrfach in Schlesien, ferner z. B. bei Dresden und im Hafen vonMannheim; mehrfach in Tirol, Kärnten, Steiermark und Ungarn, vgl. Gäyer in Magyar Bot. Lapok XII [1913],Pag. 334 [1914]; in der Schweiz bei Yvonand [Waadt] und Freiburg). — Zweifelhaft ist f. squarrösumWirtgen. Früchte sparrig abstehend (Einmal bei Winningen an der Mosel gefunden). — Die hellgelbenBlüten sind klein (etwa 3 mm im Durchmesser) und werden wenig von Insekten besucht. Die Antheren kehrenihre pollenbedeckte Seite der Narbe zu; die der langen Staubblätter überragen sie etwas und neigen über ihrzusammen, die kürzeren Staubblätter spreizen etwas nach aussen. Bei ausbleibendem Insektenbesuch wirddurch die 4 langen Staubblätter leicht spontane Selbstbestäubung vollzogen, die auch von Erfolg ist. DieBlüten neigen stark zu verschiedenartigen Vergrünungen. Dabei sind meist die Fruchtblätter getrennt, offen,•nit vergrünten Samenanlagen besetzt, und zwischen ihnen treten zentrale oder axilläre Sprossungen auf. Nichtselten wird die Pflanze von dem parasitischen Pilz Albügo Candida befallen und durch ihn deformiert. — Das»Rauken-Kraut" (Herba Erysimi), namentlich ein aus ihm hergestellter Syrup war früher als Heilmittel, als"ritans, Stimulans, Resolvens, Diureticum, Antiscorbuticum, bei akutem Kehlkopfkatarrh, Heiserkeit, Ver-schleimung, Blasenleiden etc. gebräuchlich. Die wirksamen Bestandteile sind noch nicht festgestellt; dochenthält die Pflanze wahrscheinlich ähnliche Stoffe wie Brassica nigra.
1232. Sisymbrium strietfssimum L. (= Norta strictissima Schur, = Crucifera strictissimaE. H. L. Krause, = S. alpinum Necker [1770] sec. Ind. Kew. nee Fourn.). Steife Rauke.
Ital.: Sisembro a lanciuolo. Fig. 772 a bis e.Ausdauernd, mit dicker Grundachse von brennend-scharfem, an Meerrettig er-innerndem Geruch und Geschmack. Stengel kräftig, aufrecht, meist 5 bis 10 (20) dm hoch, mit