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1155. Adonis aestiväiis L. (= A. phoeniceus Fritsch, = A. miniatus Jacq., = A. annuusa phoeniceus L., = A. autumnälis Host nee L., = A. maculätus Wallr.). Sommer-Feuerröschen. Franz.: Goutte de sang. Tat. 121, Fig. 4 und Fig. 717i, k.
Die Volksnamen, die z. T. auch für A. autumnälis gelten, beziehen sich auf die rote, leuchtende Blüte:Bluats tropf li (besonders Schweiz und Schwaben), Füerfünkskes (Westfalen), Füerooge (Ostfriesland),Fu(r)digl (Schwäbische Alb), Düwelsooge (Wesergebiet), Toiflaugen [für A. flammeus] (Kärnten),Tüfelsaug (Schweiz), Teuf elsglotzen (Gotha), Aug'n Gottes [f. A. flammeus] (Kärnten), Luaga [von„lugen" = schauen] (Schwäbische Alb), Ackerrösle (Schwaben), Korallenblümchen (Weichseldelta).
Einjährig, 20 bis 45 (60) cm hoch, mit gerader Pfahlwurzel. Stengel aufrecht,einfach oder ästig, kahl oder zerstreut behaart, längsnervig. Laubblätter stengelständig,die unteren gestielt, die oberen sitzend, 3- bis 4-fach fiederteilig mit linealen, ganzrandigenoder 3-spitzigen Blättchen. Blüten einzeln, endständig, aufrecht, 15 bis 35 mm im Durch-messer. Kelchblätter kahl, hellgrün, breit-eiförmig, flach, den Kronblättern angedrückt;letztere ungefähr doppelt so lang als der Kelch, 6 bis 8, schmal-eiförmig, stumpf, flachausgebreitet, mennigrot oder zitronengelb, 10 bis 1/ mm lang, am Grunde mit oder ohneschwarze Flecken. Staubfäden zahlreich, viel kürzer als die Kronblätter, dunkelviolett.Fruchtknoten zahlreich, dicht gedrängt (Fig. 71?i), mit gleichfarbigem, aufstrebendem Griffelauf spindelförmig sich verlängerndem Fruchtboden. Früchtchen 5 bis 6 mm lang, kahl, runzeligmit breiter Ansatzstelle (diese so breit wie der grösste Durchmesser der Früchtchen) undeiner Längskante, die am obern Rande in 1, vorne in 2 Zähne vorgezogen ist, 5 bis 6 mmlang mit geradem, aufrechtstehendem, grünem Schnabel (Fig. 717k). — V bis VII.
Ziemlich verbreitet (oft unbeständig) auf Feldern und Aeckern, zwischen der Saat,auf Brachen, besonders auf sandigem oder tonigem Boden; nur im Flachlande, vereinzeltauch höher (im Wallis bis 1500 m).
Allgemeine Verbreitung: Europa (fehlt im Norden, ebenso auf denbritischen Inseln).
Tritt in 2 Farben auf: var. tvpicus Schwarz. Blütenfarbe mennigrot (Häufig). — var. citrin usHoffm. (= var, pällidus Koch). Blütenfarbe zitronengelb (Seltener). — Die schwarzen Flecken am Grunde dergrellroten Krone und die zahlreichen schwarzvioletten Staubbeutel bewirken einen starken Farbenkontrast. Dieproterogynen Blüten sind völlig duft- und honiglos. Im Sonnenschein breiten sie sich zu einer leuchtendenFläche aus. Als Bestäuber kommen pollensammelnde und pollenfressende Bienen in Betracht. Die Keim-blätter und die ersten Laubblätter entwickeln sich sehr schnell und bleiben lange erhalten. Ueber dieBegleitpflanzen in Getreidefeldern vgl. pag. 488.
1156. Adonis autumnälis L. (= A. annuus L. var. atrorubens L.). Herbst-Feuer-röschen. Franz.: Adonide commun, goutte de sang; ital.: Fior d'Adone, pianta malanni,
occhio del diavolo, camomilla rossa, im Tessin cardinalitt. Fig. 7'7e bis h.
Einjährig, 25 bis 45 (60) cm hoch, mit gerader Pfahlwurzel. Stengel aufrecht,einfach oder meist verzweigt, kahl (seltener behaart), längsnervig. Laubblätter stengelständig,die unteren gestielt, die oberen sitzend, 3- bis 4-fach fiederteilig mit linealen, ganzrandigenoder 3-spitzigen Blättchen. Blüten einzeln, endständig, aufrecht, 15 bis 25 mm im Durch-messer. Kelchblätter kahl, konkav, abstehend bis zurückgeschlagen (Fig. 717f), hinfällig.Kronblätter 6 bis 10, eiförmig, ganzrandig, dunkelblutrot, halbkugelig zusammenschliessend,mit schwarzem Grunde. Staubfäden zahlreich, dunkelviolett. Früchte auf spindelförmigverlängertem Blütenboden (Fig. 717g) locker stehend (Spindel sichtbar!), mit einer zahnlosenLängskante und gleichfarbigem, geradem, aufstrebendem Schnabel (Fig. 717h). — VI bis IX.
Selten und fast nur aus Gärten verwildert auf Aeckern und Brachen, an Garten-zäunen. Ursprünglich höchstens im Wallis (von Orsieres bis Brig); vielleicht auch hiernur eingebürgert.
Allgemeine Verb r e itung: Südeuropa, südwestliches Asien.
A