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Tafel 120.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Ranunculus bulbosus (pag. 556). Habitus.
„ 1 a. Honigschuppe.
„ Ib. Honigblatt.
„ 1 c. Schnitt durch das Früchtchen.
„ 2. Ranunculus repens (pag. 557). Habitus.
„ 2a, 2b, 2c. Honigblatt mit Nektarium.
„ 2d. Früchtchen.
„ 3. Ranunculus acer (pag. 561). Blütenspross.
Fig. 3a. Honigblatt.
„ 3b. Honigschuppe.
,, 3 c. Früchtchen.
„ 4. Ranunculus auricomus (pag. 566). Habitus.
„ 4 a. Honigblatt.
„ 4 b. Honigschuppe.
„ 4 c. Früchtchen.
bis in die Alpen (vereinzelt bis ca. 2000 m). Besonders verbreitet im Mittelgebirge sowiein der montanen und subalpinen Region der Alpenkette.
Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa (nördlich bis Dänemark;fehlt in Skandinavien und Nordrussland), Kaukasus.
Diese sehr wenig varierende, leicht kenntliche Art tritt mit Vorliebe an humusreichen Stellen derLaubwälder auf. Vielerorts gehört R. lanuginosus zu den charakteristischen Buchenbegleitern (pag. 98). Inden Voralpen und Alpen erscheint diese hohe Staude (besonders auf Kalkboden) häufig auch in den Fichten-wäldern neben Aconitum Vulparia (pag. 503). Milium effusum, Bromus asper, Lunaria rediviva, Angelica offi-cinalis, Chaerophyllum hirsutum und Villarsii, Hieracium silvaticum, Senecio Fuchsii, Aposeris foetida (östlicheAlpen), Lactuca muralis, Betonica Alopecurus, Stachys silvaticus, Geranium silvaticum, Epilobium montanum undspicatum, Polygonatum verticillatum, Equlsetum silvaticum, Asplenium viride etc. Am Rande von Wasserläufenist die Art oft vergesellschaftet mit Chrysosplenium alternifolium, Geum rivale etc. — Die Blüten, deren Ein-richtung mit denen von R. acer übereinstimmen, werden von Dipteren, Hymenopteren und Käfern besucht.Von dem habituell ähnlichen R. Breyninus (= R. nemorosus DC.) unterscheidet sich R. lanuginosus leichtdurch die stärkere, oft gelbe Behaarung, die nicht gefurchten, stielrunden Blütenstiele, die abstehendenPerianthblätter und den kahlen Blütenboden.
1126. Ranunculus acer L. (= R. napellifölius Crantz, = R. Boraeänus Jord.). Scharfer
Hahnenfuss. Franz.: Bassinet, bassinet d'or, clair-bassin, patte de loup, pied de corbin,
bouton d'or; engl.: Upright meadow crowfoot, buttercup, tall crow foot; ital.: Pie corvino,
pie di gallo, bacinella, tazza; pe de Nibbi (Tessin). Taf. 120, Fig. 3 und Fig. 693.
Der Name Hahnenfuss, der auch mundartlich, allerdings nicht häufig, vorkommt, bezieht sichwohl auch auf die Gestalt der Blätter. In Formen wie Hampfis, Hampfets (Thurgau), Hempfele (Tirol)ist er bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Im Niederdeutschen finden sich auch die entsprechenden BenennungenKreen-, Kraienfaut. Die goldgelb glänzenden Blüten waren Veranlassung zu Benennungen wie GoldenKnöpke (Ostfriesland), Goldemmerchen (Ostpreussen), Gold-Blueme, -Blüemli (Schweiz), Schmalz-,Butterblume (überall in den verschiedenen mundartlichen Formen; im Niederdeutschen seltener), Anke(n)bluem(Elsass), Anke(n)-Balle(n), -Blüemli (Schweiz), gelbe Pfingstblume (Anhalt), gelbe Meien (Schweiz:Goms),Glitzerli,Glinze(r)li,Glinzä,Glanzerli,Galliseli,LisebIume [Läuseblume ?] (Schweiz), (G1 i t z)Pfändla (bayer. Schwaben), G ali z e np f an dl (Tirol), Schmirgl [vgl. Caltha, pag. 457], (Nordböhmen),Speglblom (Altmark), Toif laug en (Kärnten). Nach dem scharfen, brennenden Geschmack heisst die ArtBrennkraut (Niederösterreich), Zengerkraut [wohl zu „sengen 1 - = brennen] (Steiermark, Kärnten, Tirol),Senger bleaml (Salzburg), Zenger, Zengerrosen (Kärnten). Als Unkraut (schlechtes Futterkraut) ist derHahnenfuss durch Gel Wewinn [vgl. Convolvulus] (Lübeck), Hungerblume (Nassau) gekennzeichnet.Zu Käppela (Schwäbische Alb), Rol le(n) -Bluem (Schweiz) vgl. Trollius pag. 459. Es braucht wohlkaum bemerkt zu werden, dass alle die obigen Benennungen auch für andere gelbe Ranunculus-Arten (be-sonders bulbosus, auricomus, repens), gebraucht werden. Im romanischen Graubünden heisst die Art peisd'gl ali na (Unterengadin) oder einfach ranuncul.
Ausdauernd, (10) 30 bis 100 cm hoch, mit kurzabgebissenem, verdicktem Wurzel-stock und zahlreichen Seitenwurzeln. Stengel aufrecht, meist stark verzweigt, am Grundehohl, schwach angedrückt behaart, häufig vielblütig. Grundständige Laubblätter langgestielt,