441
Buch der Nymphaeaceen" Darmstadt 1907). Eine eigenartige „vivipare" Form repräsentiert die gleichfalls inKultur befindliche N. Daub eny an a hört. angl. (= N. stelläta bulbi'fera hört., = var. prolifera hört.. = N. viviparaLehm.), welche
am Grunde der i~V?K\ <ä8§k *S&. & f\
LaubblätterblütentragendeKnospen ent-
wickelt. Wahr-scheinlich han-delt es sich umeine Kreuzungzwischen N. mi-crantha Guill. etPerr. und N. cae-rulea (vgl. hier-über Schmidt,E., Ueber Nvm-phaea Daubeny-ana. Dissertation.Breslau 1909). ImKultus der alten
Aegypter undAssyrer spieltender weisse (N.Lo-tus) und derblaue(N.caerulea)Lotoseine grosse Rolle.Beide Arten wur-den bereits vor5000 Jahren anden Säulen und Tafeln der Tempel, Höfe und Denkmäler abgebildet.
1. Narbe llach, gelb. Filamente der innersten Staubblätter lineal, nicht verbreitert (Fig. 626 c)Pollen mit stumpflichen Stacheln (Fig. 626b).................N. alba nr. 1047.
1*. Narbe 4- stark konkav, gelb, oft purpurn. Filamente der innersten Staubblätter lanzettlich, etwasverbreitert (Fig. 626k). Pollen körnig und höckerig (Fig. 626i)........N. Candida nr. 1048.
1047. Nymphaea alba L. (= Castälia alba [L.| Wood, = C. speciösa Salisb., = Leuco-
nymphsea alba O. Kuntze, = Nymphaea alba L. subsp. melocarpa Aschers, et Graebner).
Weisse Seerose. Franz.: Nenuphar blanc; engl.: White water-lily; ital.: Carfano.
Taf. 109, Fig. 1 und Fig. 2d: Fig. 627, 630b und Fig. 626 a bis h.
Nach dem Vorkommen im Wasser bezw. an feuchten Standorten heisst die Pflanze (vgl. auch Nupharluteum'.): Seerose (allgemein), weisse Wasserlilie (Anhalt), Wäterrose (Nordwestl. Deutschland),W as s err o s a-bluama (St. Gallen). Weierrose (Niederösterreich), Daikrause [= Teichrose] (Braun-schweig), Maarrose (Eifel), Moosroasa, Grababloma (St. Gallen), Frösche (n)-Bluem (Zürich). Diekann enförmige Fruchtkapsel veranlasste Benennungen wie Kannelke (Ostfriesland), Käntchen, Käenk,Kenke, Kenblaume, Kohntjen (Nordwestl. Deutschland), Kahndelblume (Schlesien), Kegel (Braun-schweig), Essikrüegle (Schwaben). Im Plattdeutschen kennt man für die Seerosen auch die NamenBubbelkes (Ostfriesland), Poppel, Pöppel, Poppelken, Pöppelken, Poppelblome, Pöppelblom,Puppen, Paapaken, Papp enb la de r, Aupoppen. Mümmel, Mümmelken scheinen heutzutageebenfalls auf den Norden von Deutschland beschränkt zu sein. Nymphaea alba ist im Gebiet der unterenWeser auch als Witte, Aublom, Höske, Buttbladen bekannt. Auf die Blätter beziehen sich Löpp,Lött, Lütt, wohin wohl auch Lätschblätter (Strassburg) zu gehören scheint (vgl. Rumex obtusifoliusBand III, pag. 1731). Krampfworzel heisst die weisse Seerose in St. Gallen deshalb, weil nach dem Volks-glauben der unter das Bett gelegte Wurzelstock vor Krämpfen schützen soll.
Ausdauernd. Wurzelstock stark, kriechend. Blatt- und Blütenstiele sehr lang,sich bis zum Wasserspiegel erhebend, grün bis braun. Laubblätter eirundlich, lederartig,
Fig. 626, Nymphaea albaL. a Blütenlängsschnitt, b Pollenkorn, c Innerstes Staubblatt, d Blütendiagramm.e, f, g Drei aufeinanderfolgende Keimstadien (Ä = AYurzelhaare, tv = Wurzel). h Keimstadium eines imDunkeln gekeimten Samens. — Nymphaea Candida Presl. i Pollenkorn, k Innerstes Staubblatt. —Nuphar luteum Sibth. et Sm. I Blütenlängsschnitt, m Samenlängsschnitt (oben mit Embryo, unten mitHohlraum), n Querschnitt durch den Samen, o Kronblatt mit entleerter Honigdrüse. / Staubblatt, q Blüten-diagramm. — Nuphar pumilum DC. r Samenkapsel. .9 Querschnitt durch dieselbe. /Samen (Fig.rfundy
nach Eich ler).
I
Hegi, Flora. Bd. III.
82