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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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bis mehrfach kürzer als die Stengelglieder. Blütenstiele einzeln in den Blattachseln, stetsaufrecht, kahl oder schwach drüsig-gewimpert, sehr dünn und ungleich lang. Blüten klein,4-zählig. Kelchblätter 4, länglich-eiförmig, der Kapsel zuerst anliegend, später abstehend,ausgebreitet, schmal violett- bis weissrandig, kahl (seltener drüsenhaarig), kapuzenförmigzusammengezogen, die beiden äusseren mit einer kleinen, nach innen gekrümmten Stachel-spitze endend, die beiden inneren stumpf (Fig. 607, nr. 19, 20, 21). Kronblätter 4, weiss,verkehrt-herzförmig, klein (aber nicht fehlend!), mehrmals kürzer als der Kelch, sehr hin-fällig. Kapsel eiförmig, sich mit 4 stumpfen bis zum Grund reichenden Zähnen öffnend.Samen meist mit kurzzylindrischen, spitzen Warzen besetzt, seltener (var. leiospermaThellung) fast glatt. V bis IX.

Zerstreut auf feuchten, sandigen Feldern, Brach- und Kleeäckern, Stoppelfeldern,Triften, Weiden, zwischen Strassenpflaster, in Gräben, Kiesgruben, auf überschwemmtenStellen der Ebene; selten auf Kalk.

Fehlt stellenweise (z. B. in Posen, Ostpreussen, Nordwestdeutschland, Salzburg, Niederösterreich[angeblich um Wien], Steiermark, Vorarlberg) vollständig oder tritt nur ganz vereinzelt auf, so in Westpreussen(bei Neuhof undZakrzewke wohl mit Getreide eingeschleppt), Mähren (bei Roznau). Böhmen (zwischen Nimburgund Jungbunzlau), in Kärnten (zwischen Loibl- und Bodental in den Karawanken), in Tirol (Valle Lagarina) etc.

Allgemeine Verbreitung: Zerstreut in Süd- und Mitteleuropa (nördlich bisDänemark und Südschweden), Kanaren, Nordafrika, Syrien, Transkaukasien, Kurdistan,Südamerika.

Aendert ab: f. typica A. Schwarz. Blütenstiele kahl. f. glandulösa F. Schultz. Blütenstieledrüsig-bewimpert. f. rosuläta Thellung. Wuchs von S. procumbens. Stengel um eine + deutlich aus-gebildete Zentralrosette kreisförmig ausgebreitet (Mehrfach mit dem Typus um Zürich). f. leiospermaThellung. Samen (fast) glatt, im Umriss schwach wellig (Württemberg [Bad Boll], Kanton St. Gallen, Zürich). In Kesgruben bei Colmar fand sich diese Art neben Eragrostis megastachya (Bd. I, pag. 280) und pilosa,Elatine hexandra und Limosella aquatica vor. Die Bezeichnung apetala für diese Art ist vollständig unbe-rechtigt", denn Kronblätter sind tatsächlich vorhanden und im Knospenzustande leicht nachzuweisen. Allerdingssind diese sehr klein und hinfällig; deshalb fehlen sie in den im Abblühen befindlichen Blüten bereits vollständig.

994. Sagina ciliäta Fries (= S. apetala L. var. ciliata Mert. et Koch, = S. pätulaJord., = S. Melitensis Gulia, = S. Reuteri Lojac). Bewimpertes Mastkraut.

Fig. 607, nr. 23, 24 und 608 c.

Einjährig, bis 10 cm hoch, im Wuchs ähnlich der S. apetala, 1- bis mehrstengelig,mit dünner, bis 3 cm langer Wurzel. Mittelspross entwickelt, aufrecht (daher ohne zentraleBlattrosette!), meist vom Grunde an verzweigt, kahl. Seitenzweige aufstrebend, sich oftweit ausbreitend, am Grunde niemals wurzelnd, mit langen Stengelgliedern. Laubblättergegenständig, lineal, mit langer Stachelspitze, reichlich gewimpert, seltener kahl oder(besonders die obersten) am verwachsenen Grunde schwach bewimpert, mehrmals kürzerals die Stengelglieder. Blütenstiele einzeln in den Achseln der Laubblätter, zart, lang,kahl oder unterhalb der Blüte schwach drüsenhaarig, aufrecht, nach dem Verblühen obenhakenförmig herabgekrümmt, später wieder aufrecht. Blüte 4-zählig (Fig. 607, nr. 24). Kelch-blätter 4, aufrecht, der Kapsel angedrückt, meist schwach drüsig-behaart, eiförmig, diebeiden äusseren zu einer Stachelspitze kapuzenförmig zusammengezogen, die beiden innerenstumpf (Fig. 607, 23). Kronblätter 4, weiss, mehrmals kleiner als die Kelchblätter, sehrhinfällig. Kapsel eiförmig, bis 1 /s länger als. der Kelch, sich mit 4 langen, stumpfen,schwach nach aussen gebogenen Zähnen öffnend (Fig. 607, nr. 23). Samen dunkelbraun, fastglatt, seltener (var. echinosperma Thellung) papillös. IV bis VII.

Zerstreut auf trockenen, sandigen Aeckern, auf Brachäckern, Holzschlägen, anTeichrändern, zwischen Pflastersteinen, meist zusammen mit Sagina apetala. Nur in derEbene, selten auf Kalk.