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Fehlt in Deutschland vollständig In Oesterreich einzig in Tirol (Alpen bei Nauders, Oetztal,Rosskogel Votscherferner, Horntalerjoch, Morgenkofel, Glungezer, Voldertal, Vennatal, Karlsbaderhütte imMatschertal Schneeberg, Finsterstern, Mühlbacheralpen, Antholz, Gschlöss, Stüdlhütte in Kais, Lesacheralpe,Monte Tonale) und in Vorarlberg (Parthennenalpe in Fermont, Vergaldner Joch, Anthönier Joch). In der Schweizvereinzelt im Wallis (Zermatt, Sass, St. Bernhard, Rhonegletscher), Berner-Oberland (Susten) und Graubünden(Somvix, Avers, Parpaner Rothorn, Engadin, Bergell, Misox, Puschlav).
Allgemeine Verbreitung: Zentral- und Ostalpen (östlich bis ins Pustertal).
Die drei zuletzt genannten Arten C. latifolium, uniflorum und pedunculatum sind oft schwer aus-einanderzuhalten und sind auch durch mannigfache Uebergänge (hieher wohl C. intermedium Gaud.,subacaule Brügger, lanceolatum Rchb. etc.) miteinander verbunden. Stein zeigte 1878 (Oesterr. Botan.Zeitschrift Bd. XXVIII), dass es sich bei dem grossblütigen C. latifolium um 3 verschiedene, allerdings mor-phologisch zuweilen nicht leicht zu unterscheidende Arten handelt. Alle 3 sind auf die süd- und mittel-europäischen Gebirge beschränkt. Den kleinsten Verbreiturgsbezirk besitzt das C. pedunculatum, welches aufdie vergletscherten Gebirgsstöcke der Schweiz und von Tirol beschränkt ist. Während C. uniflorum und pe-dunculatum als kalkfeindliche Urgebirgspflanzen zuweilen nebeneinander vorkommen, kann C. latifolium alsKalk- und Dolomitenpflanze kaum je mit einer der beiden anderen Arten gesellig angetroffen werden.Immerhin macht Stein darauf aufmerksam, dass im Gschnitztal in Tirol, welches durch eine grosse Mannig-faltigkeit der geognostischen Verhältnisse ausgezeichnet ist, alle 3 Arten sich in nächster Nähe vorfinden. ImNorden der alten Welt kommt das dem C. uniflorum nahestehende C. Edmondstonii (Watson) Murbeck vor.Alle 3 Arten können trotz ihrer schönen und grossen Blüten für die Kultur in alpinen Anlagen nichtempfohlen werden, da sie im Tieflande sehr schlecht wachsen.
981. Cerastitim silväticum Waldst. et Kit. (= C. microcärpum Kit., = Stellaria sil-vatica Jessen). Wald-Ho rnkr aut. Fig. 603i bis o.
Ausdauernd oder zweijährig,30 bis 60 cm hoch, in der Trachtvon Malachium aquaticum, krie-chende, ausläuferartige ; locker-beblätterte Sprosse treibend.Stengel schlaff, aufsteigend, untenfast kahl, oberwärts kurzflaumigund drüsig, ziemlich entferntbeblättert. Laubblätter weich,dunkelgrün, zerstreut behaart undam Rande gewimpert,die unterstenspateiförmig, spitz, plötzlich ineinen langen Stiel zusammenge-zogen, die obern elliptisch, beider-seits verschmälert, spitz, sitzend.Blüten in reichästigen, lockerenTrugdolden. Untere Tragblättergross, laubblattartig, ganz krautig,obere eilanzettlich, häutig be-randet, behaart. Blütenstieledicht kurz abstehend behaartund drüsig, nach dem Verblühen
abstehend und an der Spitze nach abwärts gebogen. Geöffnete Blüte ca. 13 mm breit.
Kelchblätter 6 mm lang, am Rande häutig, auf dem Rücken drüsig-behaart (Fig. 6031).
Kronblätter weiss, tief 2-spaltig, doppelt so lang (seltener nur wenig länger) als der Kelch.
Kapsel schwach gekrümmt, etwas länger als der Kelch (Fig. 603 m). Samen eiförmig,
höckerig, 1 bis 1,2 mm breit (Fig. 603 n, o). — VI bis VII.
Fig. 603. Cerastium brachypetalum Desp. a, b Habitus der blühenden undfruktifizierenden Pflanze ( J /j natürl. Grösse), c Blüte, d Kronblatt, e Staubblatt./ Fruchtknoten mit Griffel, g Fruchtkapsel mit Kelch. // Kelchzähne. — Ce ra-stium silväticum Waldst. et Kit. i Habitus ('/* natürl. Grösse), k Blüte./ Kelchblatt, m Fruchtkapsel mit Kelch. n t 0 Samen im Längs- und Querschnitt.