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Tafel 93.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Polygonum aviculare (pag. 191). Habitus.„ la. Frucht.
„ 1 b. Junge Frucht, vom Perianth eingeschlossen.„ 2. Polygonum Bistorta (pag. 194). Habitus.„ 2 a. Blütenlängsschnitt.„ 2b. Frucht mit Perianth.
„ 3. Polygonum amphibium (pag. 197). Wasser-form. Habitus.
Fig. 3 a. Landform (steril).
„ 3 b. Blüte mit Frucht.
„ 3 c. Frucht mit Griffel.
„ 4. Polygonum lapathifolium (pag. 198). Habitus.
„ 4a. Blüte.
,, 4b. Fruchtknoten mit Perianth.
„ 4 c. Frucht mit Griffel.
blattscheide oder Tute (Öchrea). Letztere bald dick fleischig, bald dünn trockenhäutig, ganz-randig, regelmässig gezähnt, gewimpert oder unregelmässig zerschlitzt (Fig. 529 b, 533 m, n,534d,e,k,n). Blüten 2-geschlechtig (seltener durchVerkümmerung 1-geschlechtig), meist zu Schein-trauben (bezw. Scheinähren) oder zu achselständigen Knäueln vereinigt (seltener einzeln stehend).Blütenstiele oft gegliedert. Blütenhülle einfach, meist blumenkronenartig (weiss oder rot), 5-(seltener 3- oder 6-) -blätterig (Fig. 532 g, k), zuweilen am Rücken kantig (Fig. 529 e, 533 c)oder geflügelt (Fig. 535b), zur Fruchtzeit kaum vergrössert, die Frucht einschliessend. Staub-blätter meist 8 (seltener 4 bis 7), die äussern mit den Perigonabschnitten abwechselnd, alle amGrunde des Perianths eingefügt. Aeussere Staubbeutel intrors, innere extrors. Fruchtknoten frei,am Grunde zuweilen von einem Drüsenring umgeben (Fig. 530 c), aus 2 oder 3 Fruchtblätterngebildet. Griffel 2 oder 3, hie und da + miteinander verwachsen. Narbe köpfchenförmig.Frucht linsenförmig oder 3-kantig (Taf. 93, Fig. 1 a, 4c), vom Perianth eingeschlossen oderwenig länger als dasselbe (Taf. 93, Fig. 2 b, Fig. 633b). Keimling seitlich oder im Nährgewebeeingeschlossen, gekrümmt, mit schmalen, nicht gefalteten Keimblättern.
Die Gattung, welche über den ganzen Erdkreis (doch vorwiegend in der gemässigten Zone) verbreitetist, weist ca. 150 Arten auf, von denen einige einen kosmopolitischen Charakter besitzen. P. Raji ist einehalophile, atlantische Art. Mehrere Arten erscheinen bei uns als spontane Apophyten, Archaeophyten oderErgasiophygophvten (= Kulturflüchtlinge). Zu der letztern Gruppe gehört in erster Linie P. cuspidätumSieb. (= P. Sieböldii hört, nee Meissn.) aus Japan(Fig. 529). Wurzelstock kriechend, lange, im Bodenweithin kriechende Ausläufer treibend. Stengel kräftig,bis 3 m hoch, aufrecht, kahl, hin- und hergebogen.Laubblätter wagrecht abstehend, gross, meist 2 -zeiligstehend, breit-eirund, plötzlich lang zugespitzt, amGrunde gestutzt oder verschmälert, kahl, beiderseitserhaben netzaderig. Blütentrauben blattwinkelständig.fadenförmig, lockerblütig, gebüschelt oder rispig an-geordnet. Blütenhülle grünlichweiss bis rötlich, dieäussern auf dem Rücken geflügelt (Fig. 529 c). Flügelin den gegliederten, haarförmigen Stiel verlaufend.Staubblätter am Grunde verbreitert. Narben fransig(Fig. o29d, e). Nuss von der vergrösserten Bluten-hülle fast eingeschlossen. Blüht von Vü bis IX. Wurdeauf v. Siebolds Empfehlung hin in der Mitte der40 er Jahre des vorigen Jahrhunderts als Viehfutter-pflanze vielfach gebaut. Es bildet schon im zweitenJahre b.s 3 m hohe Büsche, wird aber durch die weit-hin kriechenden Rhizome leicht sehr lästig. In derLandschaftsgärtnerei wird es häufig als Lückenbüsser
— die Pflanze macht sehr
i'enig Ansprüche — ver-
wendet. In Japan werden die jungen TriebeSpargeln gegessen. P. cuspidätum ist in Mitteleuropa an
Fig. 529. Polygonum cuspidätum Sieb, a Blühender Zweig
( 2 /ä natürl. Grösse), b Stück der Blütenachse, c Blüte (von oben).
d Fruchtknoten mit Narben, e Ebenso, mit Staubblättern.