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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Tafel 90.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1.

la

.. 2.

Rumex alpinus (pag. 171). Seitenzweig und

grundständiges Blatt.

Perianth mit durchscheinender Frucht.

Rumex conglomeratus (pag. 175). Oberer

Teil des Blütenstandes.2a. Perianth (nach dem Verblühen).2b. Perianth der weiblichen Blüte (geöffnet).2c. Fruchtknoten mit Narben.

3. Rumex crispus (pag. 176). Oberer Teil desBlütenstandes.

3 a. Weibliche Blüte (von aussen).

3 b. Junge männliche Blüte.

3c. Perianth (nach dem Verblühen).

4. Rumex scutatus (pag. 183). Habitus.4a. Perianth (nach dem Verblühen).

(Taf. 90, Fig. la), ganzrandig oder gezähnt, zur Fruchtzeit vergrössert und die Fruchteng umschliessend (Taf. 92, Fig. 1 c), an der Aussenseite oft mit einer zuletzt gelblichen,roten oder braunen Schwiele (Taf. 91, Fig. 2 b, 3b). Staubblätter 6, dem Grunde desPerigonblattes eingefügt, paarig (Glieder verdoppelt), vor den äussern Perigonblätternstehend (Taf. 92, Fig. 4 a). Griffel kurz, an den Kanten des Fruchtknotens herabgeschlagen, mit3 grossen, unregelmässig-sternförmigen, vielfach geteilten, pinsel- oder sprengwedelförmigen,meist rötlichen Narben (Taf. 91, Fig. 3c; Taf. 90, Fig. 2c). Frucht 3-kantig, ungeflügelt,meist schwarzbraunglänzend, mit dem innern Perianth abfallend, 1-fächerig und 1-sämig.Keimling etwas gekrümmt, seitlich an einer Fläche des hornigen Nährgewebes (Taf. 92,

Fig. 2 c).

Die Gattung weist über 100, z. T. schwer von einander zu unterscheidende Arten auf (zur Bestimmungsind Blüten, Früchte und grundständige Laubblätter notwendig!), welche wie bei der Gattung Rheum sehr leichtbastardieren. Die Ampfer sind homogame, proteranderische oder proterogyne Windblütler mit grünenunscheinbar gefärbten Blüten, welche nur gelegentlich von Insekten besucht werden. Staubfäden und Blütenstielesind meist leicht beweglich. Die 3 inneren Perianthblätter (Fruchtklappen" välvae), welche in der Systematikvielfach Verwendung finden, schliessen sich den Nüssen eng an und bilden ein wichtiges Verbreitungsorgan.Bei solchen Arten, die einzig durch den Wind verbreitet werden, sind die Fruchtklappen zu grossen häutigenFlügeln ausgewachsen, während die an die Verbreitung durch das Wasser angepassten Arten eine schwammige,als Schwimmorgan dienende Schwiele aufweisen. Mit der Verbreitung durch Tiere steht die Stachel- undHakenbildung am Rande der Fruchtklappen im Zusammenhang. Von Abnormitäten sind mehrfach monoecische,rein weibliche oder rein männliche Pflanzen beobachtet worden, ferner vergrünte Blüten (wahrscheinlich Folgedes Parasitismus eines kleinen Insektes), Blüten mit 5-teiligem oder fehlendem Perianth, mit 12 Staubblättern, dannStengeltorsionen, Verbänderungen, verwachsene Kotyledonen, Adventivknospen (auf Wurzeln), Apogamie etc.Wegen ihres hohen Säure- (Oxalsäure) und Eisengehaltes werden einzelne einheimische und ausländische (siehe amSchlüsse der Gattung!) Arten bei uns in Gärten gelegentlich kultiviert und deren Blätter als Spinat oder Salatgegessen. Allein genossen wirken sie leicht abführend. Den grössten Eisengehalt weist R. obtusifolius auf;die trockene Wurzel enthält 0,447 %> Eisen, das allerdings in Form einer komplizierten organischen Verbindungvorhanden ist. R. hy m enosepalus Torr, im südlichen Nordamerika und Mexiko liefert dieCanaigrewurzel",deren batatenähnliche Knollen bis 34,2 °/o Gerbsäure enthalten. Mehrere Arten waren früher als adstringierendesund blutreinigendes Mittel als (Radix rhei monachorum, R. Patientiae, R. lapathi hortensis etc.) offizinell.Vom Vieh werden die meisten Arten in Mischung mit Klee oder Gras (vgl. auch pag. 173) nicht ungern gefressen.Mehrere Arten stellen in unserer Flora Ruderalpflanzen dar, während andere (z.B. nr. 832) als Kulturflüchtlinge zubetrachten sind. Wegen der bereits genannten Verbreitungsorgane besitzen viele Rumices eine sehr grosse,fast kosmopolitische Verbreitung. Ueber die adventiv auftretenden Arten vgl. am Schluss der Gattung.

1. Blüten zwitterig, zuweilen mit einigen weiblichen vermischt. Laubblätter weder spiess- nochpfeilförmig ... 2

Blüten 2-häusig oder vielehig (d. h. zwitterige und männliche Blüten auf dem gleichen Exemplar).

Laubblätter meist spiess- oder pfeilförmig........................ 13

Pflanzen I- oder 2-jährig, nach der Fruchtreife absterbend. Alle inneren Perianthblätter mitSchwielen...... 3

2 . Pflanzen ausdauernd. Untere Laubblätter sehr gross, langgestielt, die obern klein, oft sitzend 5

3. Innere Perianthblätter jederseits mit 4 bis 8 fast dornigen Zähnchen, stark erhaben netzaderig

(Taf.91, Fig. 3a). Pflanze ästig-sparrig, zur Fruchtreif e grün. Mittelmeergebiet, Baden, Elsass R. pulcher nr. 818.