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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Die Anlehnung vieler Bezeichnungen an den Hasen ist wohl in das Gebiet der Volksetymologie zu verweisen:Haseworze (Thurgau), Haseblätter (Schwäbische Alb), Hueshenzau tle [= Hasenzeltchen] (Krain:Gottschee), Hasenöhrl (Böhmerwald, Riesengebirge, Steiermark), Hasenpappel (Thüringen, Hessen),Hasapappela (Schwäbische Alb) [Pappel" auch Malva rotundifolia, nach der Aehnlichkeit der Blätter!].Nach der Blattform: Seh eib elkr aut (Oesterreich), Niere(n)krut (Elsass). Namen wie Pfefferwurz(Thurgau), Hasapfeffer beziehen sich auf den pfefferartig riechenden Wurzelstock. Nach dem Volks-glauben vertreibt die Räucherung mit Haselwurz allerlei Hexenspuk von Haus und Hof, daher Weih-kraut (Oberösterreich), Weiräkraut [= Weihrauchkraut] (Niederösterreich), Bairach [= Weihrauch](Krain: Gottschee). Die kärntnerische und salzburgische Benennung Haselrausch wird wohl identisch seinmit dem vor etwa 100 Jahren im Zillertal gebräuchlichenHaselmünich" [= Haselmönch]. Die Haselwurzwurde früher als Brechmittel benutzt, in der Volksmedizin unserer Tage gilt sie bei Wassersucht und Gelb-sucht für heilsam (Steiermark). Auch als Abortivum findet sie Verwendung. In der volkstümlichen Tier-heilkunde wird die Pflanze den Pferden gegen die Drüsenkrankheit gereicht, auch soll ihr Genuss die Hautdieser Haustiere glatter und glänzender machen. Wegen des pfefferartigen Geruches legt man in der Schweizdie Haselwurz in die Schränke, um die Motten (vom Pelzwerk etc.) fernzuhalten.

Ausdauernd, 4 bis 10 cm hoch. Grundachse (Scheinachse) dünn, kriechend, ästig,gegliedert, meist mit 3 (4) schuppenförmigen, bräunlichgrünen Niederblättern besetzt. Stengelaufsteigend, kurz beschuppt, wie die ganze Pflanze etwas zottig-behaart, an der Spitze 2(seltener 3 oder 4) lang gestielte, fast gegenständige, aus tief herzförmiger Bucht nieren-förmige bis rundliche, trübgrüne, oberseits spiegelnde, etwas lederige Laubblätter tragendund durch eine kurzgestielte, endständige, etwas nickende Blüte abgeschlossen. Perigonregelmässig, bleibend, krugförmig-glockig, mit 3- (4-) spaltigem Saum, aussen bräunlich,innen dunkelpurpurn. Perigonabschnitte aufrecht, eiförmig, plötzlich in eine eingebogeneSpitze verschmälert. Staubblätter 12, in 2 Reihen angeordnet (Fig. 520m), auf dem Fruchtbodenstehend, die äussern kürzer, mit verlängertem, pfriemförmigem Konnektiv (Taf. 89, Fig. 3b);letzteres die nach auswärts aufspringenden, ganz freien Staubbeutel überragend. Frucht-knoten oben flach. Griffel dick, kurz, nicht hohl. Narbe 6-strahlig. Fruchtkapsel behaart,durch falsche Scheidewände (Plazenten) 6-fächerig (Fig. 520 m, n), unregelmässig auf-springend. Samen in jedem Fach wenig zahlreich, länglich, kahnförmig vertieft, mitschwammigem Anhängsel (Taf. 89, Fig. 3 c und 3d). III bis V.

Stellenweise häufig und verbreitet in Laubwäldern, in Fichtenschlägen, Gebüschen,Hecken, in Erlenauen, an Zäunen, Waldrändern, an Bachufern, in schattigen Schluchten;in der Ebene und in der Bergregion, stellenweise bis in die Alpentäler (Achental in Nord-tirol bis 1300 m) vordringend; gern auf Kalk.

In Norddeutschland im östlichen Teile (namentlich in Ost- und Westpreussen) verbreitet, nach Westenzu abnehmend; westlich der Oder nur noch vereinzelt. Fehlt gänzlich im nördlichen Hannover (mehrfach aberin den Regierungsbezirken Hannoverund Hildesheim), in Mecklenburg, inSchleswig-Holstein etc. (nur gelegent-lich aus Gärten verwildert: Fürsten-garten zu Lauenburg, Schlossgartenzu Eutin, Schlosswald bei Gelting inAngeln etc.), und im ganzen nord-westlichen Flachland. An vielen Ortengehört Asarum Europaeum zu den

charakteristischen Buchenbegleitern(vgl. pag. 98).

Allgemeine Ver-breitung: Süd- und Mittel-europa (nördlich bis England undsüdliches Schweden), Kleinasien,

Q-i Fig. 519. Asarum Europaeum L. im Laubwald (bei Quedlinburg), links

OlDirien. Polypodium vulgare. Phot. J. C. Uphoff, Amsterdam.

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