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Chemie
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Friedrich Rinne: Allgemeine Kristallographie und Mineralogie.

laufen, ist von vornherein nicht wahrscheinlich und wurde auch von der Er-fahrung widerlegt. Sie zeigt z. B. daß Erstarrungskurven von gemischtenKristallen z. T. ein ausgeprägtes Minimum besitzen. Andererseits fand manMaxima in isomorphen Reihen bezüglich der Härte von Metallegierungen undwiederum Minima hinsichtlich der elektrischen Leitfähigkeit. Bezüglich derGestalt hat man verschiedentlich die Mischkristalle zwischen den Formen derEndglieder befunden, so bei den Plagioklasen, bei anderen aber wieder nicht.Eine Gleichmäßigkeit in der Hinsicht ist auch gar nicht zu erwarten. Allgemeingedacht wird man mit P. v. Groth die durch Beimischung entstandene Form-änderung als eine homogene Deformation auffassen, ähnlich wie sie sich beimErhitzen vollzieht. Der Vergleich mit quellbaren Kristallen (S. 545) liegt dabeigleichfalls nahe. Bezüglich der optischen Verhältnisse isomorpher Mischungenist der gesetzmäßige allmähliche Übergang der Eigenschaften von einem End-gliede zum anderen verschiedentlich in prächtiger Weise dokumentiert und zueinem ausgezeichneten Hilfsmittel der Diagnose geworden. So spielt bei derBestimmung der Mischfeldspate in der Reihe vom Albit zum Anorthit derZusammenhang zwischen chemischer Zusammensetzung und Optik, insbesondereder Lage der Auslöschungsrichtungen eine bedeutende Rolle. In der nachstehen-den Tabelle ist die Verknüpfung beider Eigenschaften nach dem Vorgangevon Max Schuster (1879) versinnbildlicht, der mit bewunderungswürdigerGenauigkeit diese grundlegend wichtigen Umstände klarlegte.

Mischung Auslöschungsschiefc

zur Achse a auf c (Fig. 9 S. 559)

Albit +4°30'

Oligoklas bis0°35'

Andesin ,,2°58'

LabradorI2°28'

Bytownit ,,36°36'

Anorthit37 °'

Auslöschungsschiefezur Achse a auf b (Fig. 9 S. 559)

+ 19°bis 2°i5'

IO°26'26°'

35°30'-36°.

Das schöne allgemeine Ergebnis der Untersuchungen M. Schusters war,daß die Kalknatronfeldspate auch in optischer Beziehung eine analoge Reihebilden wie nach allen ihren übrigen Eigenschaften, und daß jedem bestimmtenMischungsverhältnisse der Grenzglieder auch ein bestimmtes optisches Ver-halten zu entsprechen scheint".

In gleicher Hinsicht verwertet man den Wandel der Brechungsexponentenvon Feldspatmischlingen. Auch darüber mag eine Tabelle Aufschluß geben.

Anorthitgehalt in

a

L529L534L540L555i,575

moieK

Albit

inaxpio:O

Oligoklas-Albit

13

Oligoklas

22,5

Labrador

50

Anorthit

IOO

p

T

1,523

i,539

1,538

i,543

L544

L547

i,558

1,563

1,583

1,588