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Chemie
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Friedrich Rinne: Allgemeine Kristallographie u. Mineralogie.

Ver-kümmerungen.

RundeKristalle.

Häufigkeit

kristalliner

Materie ohne

ebene Flächen.

Sehr leicht lassen sich bei vielen künstlichen Stoffen Skelette zu\veg ebringen. Ganz prächtig ist z. B. die zierliche Art der reich verstrickten Wachs*tumsformen des Chlorammons.

Eine Fülle solcher Erscheinungen deckt das Studium der petrographi'sehen Kleinwelt auf; zumal bei den aus dem Schmelzfluß erstarrten Gesteine 11mit im wesentlichen glasiger Entwicklung sind mikroskopische Kristallskelettehäufig. Die hyaline Art ihrer Umgebung weist auf schnelle Erstarrung hiß)und es ist wohl verständlich, daß es gerade unter solcher Ungunst der Umständehäufig zu nur unvollkommenen Bildungen der Ausscheidungen gekommen ist.So findet man denn vielfach in Obsidianen überhastete Kristallisationen, dieals „Mikrolithe" nicht nur in der Größe sehr stark zurückgeblieben, sondernauch, wie H. Vogelsang zeigte, als gekrümmte Härchen (Trichite), Kügelcheß(Globulite), knochenförmige Stäbchen (Longulite), Perlschnüre (Margaritejin unvollkommenen Stadien der Kristallentwicklung steckengeblieben sind.Ihre mineralische Art ist meist nicht zu ermitteln.

Die Verrundung der mikrolithischen Gebilde erinnert an die Kugelforrnder flüssigen Kristalle. Es sind auch wohl bei beiden der Festigkeit überlegenegroße Oberflächenkräfte als gleiche Ursache wirksam; sie machen sich wie e shiernach scheint, auch bei festen Substanzen noch energisch geltend, wenn dieMaterie in sehr feiner Verteilung vorliegt, wie eben bei den so außerordentlichkleinen kristallinischen Bildungen. Die hohe Entstehungstemperatur wirddabei von Einfluß sein.

In anderen Fällen sind sphäroidische einheitliche Kristalle gewissermaßeßPseudomorphosen nach flüssigen Tropfen, so bei den vom Verfasser nichtselten beobachteten kugelrunden, klar durchsichtigen, kleinen Hagelkristalleß»

wohl auch bei gewissen Olivinchondren derMeteorite.

Welche Gesetzmäßigkeiten den bei man*chen anderen Stoffen förmlich typischen ver -rundeten Ausbildungen, und den häufig nießgleichmäßig parallelen Anordnungen der Ten ez.B. des „gewundenen" Bergkristalls, tonnenförmigen Pyromorphits, büscheligen Desminzugrunde liegen, das ist noch nicht sicher e r 'kannt. Bei einigen solcher Kristallaggregathaben die Individuen eine Zonenachsc gen»oder ungefähr gemeinsam, so daß Anklangan die alsbald zu besprechenden Zwilling 3bildungen vorliegen.Zu betonen ist, daß in der Natur die Hauptmasse des kristallinen Materiaüberhaupt keine kristallographische Flächenentwicklung hat; denn wenn au cdie Kristallbildungen, wie sie sich in Hohlräumen der Gesteine vollzi efle 'wenigstens einseitig entwickelte Formen zeigen, und in anderen Fällen sch^bend gebildete Individuen, wie Borazit in Salz, Granat in Glimmerschiet e >

Fig. 23. Körniges Gefüge von Granit.