Neues Wärmetheorem von Kernst.
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der chemischen Affinität in der Abhängigkeit von der Temperatur vollkommenorientiert.
Als Beispiel betrachten wir etwa die bereits oben besprochene Reaktion:Bildung des Jodsilbers aus den Elementen. Hier ließ sich nach mehreren Metho-den die Bildungswärme exakt ermitteln; die chemische Affinität wurde durchMessungen der elektromotorischen Kraft bestimmt, und die spezifischen Wärmenließen sich bis zu sehr tiefen Temperaturen messen und durch eine einfache For-mel wiedergeben. So war es möglich, die erwähnten beiden Kurven vollständigz u zeichnen, und es zeigte sich in der Tat, daß sich innerhalb der Versuchs-fehler die chemische Affinität aus den thermischen Daten, Bildungswärmenund spezifischen Wärmen ermitteln ließ. Die folgende Tabelle zeigt die erhal-tenen Ergebnisse, aus denen klar hervorgeht, daß sich die Kurven für A und Ulr n Sinne des neuen Wärmesatzes bei sehr tiefen Temperaturen tangieren:
T
o
20
40
60
100
180
260
300
U15166
151531S13615124
15114151011508415074
A15166
I5I7315201
15235I53I3154771565015732
A-Uo
20
65in194
376566
658
Die Gleichungen (10) gelten nur für feste und flüssige Stoffe, nicht für Gase,deren spezifische Wärme auch bei den tiefsten Temperaturen im Sinne derkinetischen Theorie endliche und sogar beträchtliche Werte besitzen muß;trotzdem läßt sich mit Hilfe des neuen Wärmesatzes auch das Gleichgewichtln - Gasen berechnen, indem man den gesättigten Dampf, der mit den betreffendenfesten oder flüssigen Stoffen im Gleichgewicht sich befindet, in Rechnung zieht;ttian kommt so zu dem Ergebnis, daß man auch das Gleichgewicht in gasför-migen Systemen aus den betreffenden thermischen Daten ableiten kann, wennman für jede Molekülgattung einen Punkt der Sublimationskurve oder, all-gemeiner gesprochen, einen Gleichgewichtswert kennt, bei dem die betreffendeMolekülgattung aus einem beliebigen festen System in den Gaszustand über-geht.
Mit Hilfe des neuen Wärmesatzes haben sich u. a. zahlreiche GleichgewichteUnd Affinitäten berechnen lassen, die sich wegen zu kleiner Reaktionsgeschwin-digkeiten experimentell nicht untersuchen ließen, so auch z. B. die unter 8 be-sprochene Umwandlung von Graphit in Diamant; die Maßbeziehungen zwischen"arme und chemischer Kraft scheinen nunmehr weitgehend aufgeklärt.