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Chemie
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Massenwirkungsgesetz.

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(2)(3)

(4)

Konstitution der wäßrigen Lösungen von Salzen, Säuren und Basen klargestellt"Wurde, und die Verschiebung des Gleichgewichts wird hier, wie es besondersbei den Indikatoren der Fall ist, besonders deutlich, wenn damit eine Verände-rung der Farbe verbunden ist.

Nehmen an dem Gleichgewichte feste Stoffe teil, so folgt aus der Beobach-tung, daß solche Stoffe eine bestimmte konstante Dampfspannung oder Lös-lichkeit bei konstanter Temperatur besitzen, der Satz, daß die Konzentrationeiner Molekülgattung, die in fester Form zugegen ist, so lange konstant bleibt,als der betreffende Stoff, wie man sich ausdrückt, alsBodenkörper" vorhandenist. Systeme, die aus mehreren in sich physikalisch und chemisch homogenenBestandteilen zusammengesetzt sind, bezeichnet man alsmehrphasig", wobeiman unterPhase" jeden derartigen homogenen Komplex versteht. Habenwir also ein Gleichgewicht zwischen Dampf und Lösung, oder zwischen zweinicht mischbaren Lösungsmitteln, die beliebig viel gelöste Substanzen enthaltenkönnen, so haben wir ein zweiphasiges System. Haben wir es mit verdünntenLösungen zu tun, so gilt der Satz, daß die Konzentration der betreffendenMolekülgattung in der einen Phase proportional ihrer Konzentration in deranderen Phase ist (Verteilungssatz).

Überhaupt gelten die Formeln (3) und (4) streng genommen nur für ver-dünnte Lösungen und für nicht zu stark komprimierte Gase; aber wenn wire in beliebiges Gemisch betrachten, so können wir uns vorstellen, daß danebeneine zweite Phase, gebildet vom Gasraum oder von einem anderen Lösungs-mittel, damit in Berührung ist und daß sämtliche Molekülgattungen hier nurin außerordentlich geringer Konzentration vorhanden sind; auf das so gebildeteSystem können wir dann das Gesetz der chemischen Massenwirkung anwendenü nd auch die Konzentrationen in dem damit in Berührung befindlichen Ge-misch berechnen, wenn wir die betreffenden Dampfspannungen oder Vertei-lungskoeffizienten kennen.

Gerade dasjenige Beispiel, an der Hand dessen zum ersten Mal von Ber-thelot und Pean de St. Gilles (1862) die Gesetze des chemischen Gleich-gewichts erforscht wurden und auf welches später Guldberg das von ihmentdeckte Gesetz der Massenwirkung anwandte, war ein flüssiges Gemisch vonvier verschiedenen Stoffen, die keineswegs nur in verdünnter Lösung sichbefanden; es handelte sich nämlich um die Untersuchung der Reaktion

Alkohol -f- Säure = Ester -f- Wasser(z. B. C 2 H 5 OH + CH3COOH = (CH 8 COO) (C 2 H 5 ) +H 2 0),

die sich durch Titration bei Zimmertemperatur, bei der die Reaktionsge-schwindigkeit sehr klein ist, gut bestimmen ließ. Daß in diesem Gemisch sich

d >e Gleichung------° gut bestätigt zeigte, erklärt sich wohl daraus,

8 [Ester] [Wasser] s s

daß im Gemische die Dampfspannungen aller vier Molekülgattungen nahemrer Konzentration proportional sind.