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Auskunftsbuch für die chemische Industrie
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Indigofarbstoffe.

führung von Anthranilsäure in Phenylglyzinkarbonsäure bezwecken die D. R.P. 117 924 und 120 136, nach denen man Anthranilsäure CoH 4 (NH 2 ). C0 2 Hdurch Einwirkung von Formaldehyd und Blausäure in "> -Cyanmethyl-anthranilsäure, d. h. das Nitril der Phenylglyzinkarbonsäure, über-führt, woraus letztere Säure selbst durch Verseifen erhalten wird. Aus der

Phenylglyzin-o-karbon säure C„H 4 ^OalF^' C ° 2H erhä!t manIndigo wieder durch Schmelzen mit Ätzkali unter Luftabschluss und nach-heriges Einleiten von Luft in die Lösung der Schmelze. Abänderungen desVerfahrens enthalten die D. R. P. 123 695 u. 158 346. Die Abscheidung desIndigos durch Einleiten von Luft in die Lösung der Schmelze ist durch D. R. P.120 900 geschützt. Noch weit besser scheint das Verfahren dps D. R. P. 152 548zu sein, wonach man die Phenylglyzinkarbonsäure ganz glatt durch Schmelzenmit Alkali im Vakuum in Indoxyl überführen kann; letzteres wird durch Ein-blasen von Luft in Indigoblau umgewandelt.

Nach dem D. R. P. 158 089 hat man gefunden, dass noch leichter als diePhenylglyzinkarbonsäure selbst sich ihre Diaikylester oder ihre Diamidein Indoxyl überführen lassen, wenn man sie mit dem unten bei 2. noch näherbesprochenen Natriumamid in Benzol oder ähnlichen Lösungsmitteln erhitzt.

Die oben erörterte Methode, Anthranilsäure durch Einwirkung von Form-aldehyd und Blausäure in «-Cyanmethylanthranilsäure (d. h. das Nitril derPhenylglyzinkarbonsäure) überzuführen, wird nach dem D. R. P. 155 628 tech-nisch vorteilhafter so durchgeführt, dass man erst Formaldehyd und Anthranil-säure kondensiert und dieses Kondensationsprodukt dann mit Natriumbisulfitbehandelt, wobei sich das saure Na-Salz der cj-Sulfomethylanthranilsäure

CoH 4 <^QQ^ H2 • S0:iNa bildet. Letzteres kann durch ein Metallcyanid glatt

in M-Cyanmethylanthranilsäure umgewandelt werden. —

Eine andere Darstellungsmethode von Phenylglyzin-o-karbonsäure istdurch die D. R. P. 125 456, 142 506 und 142 507 geschützt: Hiernach stellt mandie erwähnte Säure aus o-Chlorbenzoesäure + Glykokoll dar,indem man die Komponenten in Form ihrer Alkalisalze trocken auf 220° oderin wässeriger Lösung 4—6 Stunden zum Sieden erhitzt; in letzterem Falle wirddie Reaktion durch Zusatz von Alkalikarbonaten und Kupferspänen sehr be-günstigt. Zu dem D. R. P. 142 507 ist das Zusatzpatent 143 902 genommenworden, wonach man statt des Qlykokolls aucn seine Oxalylverbindung ver-wenden kann; dieses Oxalyldiglykokoll bildet wegen seiner Schwerlöslichkeitin H 2 0 ein bequemes Mittel zur Reindarstellung des Glykokolls. Erhitzt manmolekulare Mengen o-Chlorbenzoesäure und Oxalyldiglykokoll in Form ihrerAlkalisalze, so erhält man nicht die zu erwartende Oxalyldiphenylglyzindi-o-karbonsäure sondern direkt Phenylglyzinkarbonsäure in guter Ausbeute. Dieerfolgreiche Durchführung dieses Verfahrens hängt j;b von einer billigen Dar-stellungsweise der o-Chlorbenzoesäure; vgl. darüber den Artikel „Chlor-benzoesäur e".

2. Indigosynthese vom Anilin aus.

Schon seit langer Zeit war es möglich, auch vom Anilin aus Indigoblaudarzustellen. Man gelangt nämlich nach D. R. P. 54 626 zum Indigoblau durchSchmelzen von Phenylglykokoll (Phenylglyzin)

C 6 H 6 . NHCH 2 . C0 2 H

mit Ätzkali unter Luftabschluss und nachheriges Einleiten von Luft in dieLösung der Schmelze. Dabei gewann man das Phenylglyzin, welches manauch als Phenylamidolessigsäure auffassen kann, durch Einwirkung vonChloressigsäure auf Anilin. Aber es hatte den Anschein, als ob diese Synthesenur theoretisches Interesse behalten würde, einmal wegen der schlechtenAusbeute, welche die Phenylglykokollschmelze lieferte, und anderseits wegender recht beträchtlichen Schwierigkeiten, die die scheinbar so einfache Um-setzung von Anilin + Chloressigsäure in Phenylamidoessigsäure bei prak-tischer Durchführung bot. Nach dem Franz. Pat. 317 121 lässt sich zwar die