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Vorlesungen über chemische Technologie
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Darstellung.

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fassen alles, was für Genußzweeke bestimmt ist. Schon diese sindentzündlich, aber schwer.

2. Spiritus oder Weingeist heißen die Brennzwecken undgewerblicher Benutzung dienenden Gemenge von 7090°/o Alkohol.

3. Die Bezeichnung Alkohol bleibt für die stärkeren, über 90 °oenthaltenen Gemenge; auch diese finden ausgedehnte Anwendung inverschiedenen Industrien.

Bei dem »Branntwein« spielen (außer dem Wassergehalte) dieanderen, von dem Gärungsprozesse herrührenden und bei der Destillationmit übergehenden Nebenprodukte die größte Rolle.

Sie können einerseits dem Branntwein so unangenehme Eigen-schaften geben, daß man besondere Reinigung vornehmen muß, anderer-seits sind sie so geschätzt, daß dadurch der Wert des Branntweinsweit über den eines einfachen Gemenges von Alkohol und Wassersteigt.

Aus diesen Gründen haben die Rohstoffe, in deren Gärungsproduktender Alkohol vorkommt, verschiedenen Wert. Dabei handelt es sichjedoch immer um Zucker; denn nur durch Gärung von Zucker stelltman Alkohol dar. Aber erstens gibt es verschiedene Zuckerarten, undzweitens kann man Zucker aus Stärke und aus Zellulose herstellen.Also kommen auch stärkemehlhaltige Rohstoffe und Zellulose fürAlkoholdarstellung in Betracht, beide natürlich nur mittelbar.

Nach der Wichtigkeit, die sie im technischen Betriebe haben, sinddiese Rohstoffe, wie folgt, aneinanderzureihen:

1. Stärkehaltige Stoffe, z. B. Kartoffeln, Korn, Reis; dahergibt es Kartoffelbranntwein, Kornbranntwein, Reisbranntwein (dasist Arrak).

2. Zuckerhaltige Stoffe, z. B.

a) Früchte, welche Glukose enthalten: also Weintrauben,Zwetschen usw. Der Alkohol im Wein stammt aus derGlukose der Trauben. In Griechenland, wo die Korinthen-ernte eine große Rolle spielt, gibt es Alkohol aus Korinthen;*)

b) Rohr- oder Rübenzucker, sowie deren Melassen;

c) Milchzuckerhaltige Stoffe: Milch.

3. Schon vergorene Flüssigkeiten, z. B. Wein, der als solcher nichtverwertbar ist.

4. Zellulose, besonders in den Fällen der Behandlung mit stark an-greifenden Mitteln, wie sie bei der Herstellung von Papier be-sprochen wurden.

r ) Vgl. Zeitschrift für Spiritusfabrikation 1910, 200.