sollen, also für Früchte, Senf und dergleichen. In gleichem Sinnefindet es für anatomische Präparate Benutzung.
3. auf Grund seiner Schlüpfrigkeit ist es ein »Schmiermittel« fürMaschinen; in demselben Sinne wird es
4. für kosmetische und Hautpräparate viel benutzt;
5. weil die Gemenge von Glyzerin und Wasser so schwer erstarrenund zugleich schwer verdunsten, dienen sie zur Füllung vonGasuhren und Meßapparaten mit flüssiger Absperrung;
6. aus Glyzerin macht man Sprengstoffe, die für den Bergwerks-betrieb, für den Tunnelbau usw. unentbehrlich geworden sind.
Obwohl deren Darstellung in dem Kapitel »Sprengstoffe« bereitsbeschrieben worden ist, ist hier doch zu der Sache noch folgendeszu bemerken.
Die Salpetersäureester des Glyzerins, welche als Sprengstoffe dienen,sind ebenso zu unterscheiden, wie die Glyzeride der Ölsäure, Palmitin-säure usw. Wie wir sahen, daß bei dem Worte »Olein« gewöhnlichan Triolein gedacht wird, obwohl es auch Monolei'n und Diolei'n gibt»so bezeichnet man mit dem Worte »Nitroglyzerin« gewöhnlich denEster, welcher dreimal den Rest der Salpetersäure enthält, also
CH 2 NO aCHN0 3CH 3 -NO y .
Dieser ist allerdings zuerst in Aufnahme gekommen und machtin passenden Gemengen mit Kieselgur, Kollodiumwolle usw. gewöhn-lich die als »Dynamite« bezeichneten Sprengstoffe aus.
Es ist aber durchaus nicht das einzige Derivat des Glyzerins,welches für diesen Zweck hergestellt wird.
Erstens gibt es Isomere der Formel C 3 H 5 (N0 3 ) 3 , welche als stabilereund labilere Form zu unterscheiden sind. In diesen sind entwederdie Gruppen anders gelagert, also vielleicht zwei an einem Kohlen-stoffatom, oder verschieden konstruiert — in dem einen Fall durchStickstoff, in den anderen durch Sauerstoff mit der Kohlenstoffgruppeverbunden.
Zweitens gibt es neben diesen, gewöhnlich mit dem Namen Nitro-glyzerin belegten Estern, die richtiger als Trinitroglyzerin bezeichnetwürden, noch wenigstens zwei andere, von denen Dinitroglyzerin,C 3 H 2 (OH)(N0 3 ) 2 ebenfalls dargestellt wird.
Außerdem lassen sich die Chlorhydrine für gewisse Verwendungenherstellen, also z. B. C 3 H 5 (C1)(N0 3 ) 2 . Sie entstehen durch successiveEinwirkung von Salzsäure und von Salpetersäure auf Glyzerin.
Alles dies hat in der Praxis Bedeutung, weil die im Sprengbetriebe