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Vorlesungen über chemische Technologie
Entstehung
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Kohlenstoff Verbindungen.

Die ersteren werden hauptsächlich aus dem Braunkohlenteer gewonnen;die anderen machen im wesentlichen das Vorkommen im Erdwachs aus.

Das Erdwachs findet sich nicht bei uns, so daß wir gut tun, denBraunkohlenteer zu benutzen, so weit er eben reicht. Man kann an-nehmen, daß daraus jährlich etwa 9000 Tonnen festen Paraffins, welcheseinen Durchschnittswert von 48 Mk. für 100 kg hat, gewonnen werden.Wir kommen aber damit nicht aus, sondern verarbeiten bedeutendeMengen ausländischen Erdwachses.

Dieses kommt vor:

1. am Kaspischen Meer auf Inseln in der Nähe der HalbinselApscheron, die vom Kaukasus abzweigt: Neftgil,

2. in Ostgalizien, bei Boryslaw und Wolanka: Ozokerit,

3. in der Moldau und in Ungarn, auch in Amerika an mehrerenStellen.

Das Ozokeritvorkommen hat die größte Bedeutung. Österreichfördert, namentlich in Galizien, jährlich große Mengen und versorgtden europäischen Bedarf hauptsächlich.

Der Rohstoff ist sehr verschieden; dunkel bis schwarz und dabeiknetbar bzw. weich sind die geringeren Sorten, heller bis gelb unddabei hart bis zu schaligem Bruch die besten.

In allen findet man mineralische Beimengungen, besonders Chlor-natrium und Gips, welche erkennen lassen, daß diese organischen Stoffesich aus Seewasser abgesetzt haben. Wir finden sie nicht da, wo sieentstanden sind, sondern, wie man sagt, auf sekundärer Lagerstätte.Sie sind von dem Orte ihrer Entstehung durch Seewasser fortgeschwemmtund anderswo abgelagert worden. Infolge dieses Transportes sindihnen die Hauptbestandteile des Meerwassers Chlornatrium undSulfate beigemengt geblieben.

Die weichere» Arten von Ozokerit enthalten geringe M er >g enharzartige, sauerstoffhaltige Verbindungen, während sonst der Haupt-bestand von Kohlenwasserstoffen gebildet wird, und zwar der FormelCH 2n . Die mittlere Zusammensetzung ist demgemäß wenn manvon sauerstoffhaltigen Beimengungen absieht 85 °/o Kohlenstoff und15°/o Wasserstoff.

Der Schmelzpunkt der geringeren Sorten ist 5674 ° C.; er gehtaber bei den hornartigen bis zu 110°. Zur Lösung eignen sichLigroin bzw. Benzin, während Alkohol und Äther nur wenig lösen.

Diese mehr oder weniger festen Massen finden sich in Schichten,die 20100 m unter der Erdoberfläche liegen. Da diese Schichtenzuweilen auch Erdöl, namentlich aber oft Gase führen, die beim An-schlagen der Erdwachsschicht Druck entwickeln, so muß man vor-