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Vorlesungen über chemische Technologie
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Kohlenstoffverbindungen.

keit ist für die Verminderung des Reibungswiderstandes von der größtenBedeutung. Ist das Öl zu dünnflüssig, so wird es fortgeschleudert;ist es zu dickflüssig, so vermehrt es die Reibung.

Natürlich müssen alle solche Schmiermittel, auch die bei gewöhn-licher Temperatur festen, frei von Säuren und frei von Nebenstoffen,die auch beim Erwärmen noch fest bleiben, sein. Andererseits findenfeste Stoffe aus Erdöl, d. h. Vaseline u. dgl., ihre besondere, schon er-wähnte Verwendung, namentlich für medizinische Zwecke.

Durch die notwendige Reinigung entstanden schon in den frühererwähnten Fällen Abfallprodukte, die in Anbetracht der Größe desganzen Betriebes viel ausmachen. Sie kommen auch hier wieder vorund haben zu Versuchen der Benutzung angeregt.

Da nun die Erdöle die aromatischen Kohlenwasserstoffe, die indem Steinkohlenteer vorkommen, in geringen Mengen enthalten, solassen sich manche der erwähnten Abfallprodukte nitrieren, und ausderen Nitroprodukten kann man Farbstoffe machen : ). Doch habendiese im Verhältnis zu der großen Zahl, die aus Steinkohlenteerproduktenentsteht, keine Bedeutung.

Aus dem Ganzen geht aber hervor, daß Oleum petrae der Roh-stoff für viele, allgemein benutzte Produkte ist. Die Bezeichnung Petro-leum paßt also eigentlich nicht für eins dieser Produkte.

Richtig bezeichnet sind die Leuchtöle, die wir brennen, sehr sorg-fältig hergestellte und betreffs ihrer Beschaffenheit besonders kon-trollierte Fraktionen aus Erdöl. Die Art der Kontrolle wurde beschrieben.

Die Verwendungen, welche Naphtha, Leuchtöle und Schmierölegefunden haben, beziehen sich alle auf Kohlenwasserstoffe der FormelnC„H 2n -|. 2 und C n H 2n . Sie begründen eine außerordentlich starke Be-nutzung der im wesentlichen daraus bestehenden Naturprodukte.

Etwa 350000 000 dz Rohöl werden jährlich gefördert und indie Fabriken übergeführt. Daraus entstehen durch die geschilderteVerarbeitung etwa 175 000 000 dz Leuchtöle und 140 000 000 dz Rück-stände, so daß die leicht siedenden Produkte am wenigsten ausmachen.

Weitaus die größte Förderung haben Rußland und Amerika. DerRest verteilt sich auf Sumatra, Java, Galizien, Rumänien und Deutschland.

Bei der Raffination liefern die amerikanischen und die Sumatraöleam meisten Leuchtöl.

In diesen Zusammenhang gehört nun noch die kleinere GruppeSolaröl und Paraffin, welches fest ist, insbesondere Erdwachs.

J ) Vgl. P. Friedländer,(Berlin, 1899), 1064.

Fortschritte der Teerfarbenfabrikation, Bd. IV