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Vorlesungen über chemische Technologie
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Gold.

Deutschland gewinnt auch etwas Gold, z. B. 4700 kg im Jahre1906, bisher hauptsächlich durch Verarbeitung von Erzen, die aus-ländischen Ursprungs sind. Doch wird jetzt auch von Vorkommendes Goldes in der Eifel berichtet.

Das Gold findet sich im Kreise Malmedy, besonders in derNähe des an der Eisenbahnstrecke AachenSt. Vieth gelegenenDorfes Montenau, ferner bei Iveldingen, Recht, Emmels, Niederemmels.

Den Denudationsperioden der Eifel entsprechend kann man inden Wasserläufen der Amel und Emmel zwei verschiedene Goldseifen-bildungen unterscheiden, eine untere, welche sich nur wenig an denGehängen hinaufzieht und vorwiegend aus Ton und Geröll besteht,und eine darüber gelagerte jüngere, deren Hauptmasse aus Ton undLehm gebildet wird.

In diesen beiden Schichten kommt hauptsächlich in der Eifel dasGold vor. Meistens ist es fast gediegen, zuweilen zeigt es Beimischungenvon Silber. Auch Antimon kommt vor und ein lichtgraues, platin-ähnliches Metall von hohem spezifischen Gewicht.

Im ganzen liegen diese Verhältnisse sehr viel günstiger wie diedes Vorkommens von Platin, welches für einzelne Verwendungszweckeganz in Anspruch genommen wird, weil sein Vorkommen ein sehrbeschränktes ist. Es wird fast nur im Ural in benutzbarer Weise ge-funden, so daß Rußland die Produktion völlig beherrscht. DieseProduktion ist so gering, daß sie von den Abnehmern, welche Platinnicht entbehren können, sofort aufgenommen wird, nämlich von derchemischen Industrie für Apparate und für Kontaktsubstanz, von derElektrotechnik für Glühlampendrähte und elektrolytische Zwecke. DieFolge davon ist starke Schwankung im Preise, welcher letztere jetztbedeutend höher ist als derjenige des Goldes. Von Benutzung desPlatins für Münzen ist daher nicht mehr die Rede.

Das Gold aber ist der allgemein anerkannte Wertmesser, weil eserstens unter den Bedingungen des Gebrauchs so gut wie unveränder-lich ist und zweitens in genügender Menge beschafft werden kann,ohne dabei überflüssig zu werden. Das letztere wiederum, daß sichnicht jeder beliebige Mengen verschaffen kann, hängt mit der Art desVorkommens zusammen.

Dabei spielen die größeren Stücke gediegenen Goldes, die hierund da gefunden werden, keine Rolle. Das größte Stück soll bisherin Ausstralien gefunden worden sein; es wog 92 kg und hatte einenWert von 167 000 Mk. Aus dieser Angabe ist zunächst zu schließen,daß es unrein war; denn 92 kg reinen Goldes haben einen Wert von256000 Mk. Abgesehen hiervon machen solche Funde nur einen