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Vorlesungen über chemische Technologie
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Bessemerprozeß.

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Den ersten und wichtigsten Schritt auf diesem Gebiete machteHenry Bessemer 1855, indem er Luft in das geschmolzene Roheisenunter starkem Druck einblies und die Umwandlung von etwa 10 tRoheisen in 1520 Minuten bewirkte.

Dazu gehört ein birnförmiges Gefäß von Eisenblech, innerlichmit feuerfester Masse ausgekleidet, welches auf einen Untersatz mitfünfzig und mehr Düsen, durch welche die Luft einzupressen ist, paßt.

Diesem Gefäße können verschiedene Stellungen gegeben werden.Man kann es erstens so neigen, daß die Ausbauchung gefüllt wirdund die Luftöffnungen frei bleiben, zweitens gerade aufrichten, so daßdie Luft das geschmolzene Roheisen durchdringt, drittens umkehren,so daß der Inhalt ausfließt. Dies erläutert die Zeichnung.

Fig. 79. Bessemer-Birne.

Man läßt also geschmolzenes Roheisen einfließen, so daß dieDüsen nicht versperrt werden, und stellt dann die Luft an, indem manden vorher um etwa 90° geneigten Apparat aufrichtet.

Es findet eine äußerst heftige, aber kurze Reaktion statt, die durchspektroskopische Beobachtung der auftretenden Flammen in drei Ab-schnitte zerlegt worden ist. Zuerst verbrennen Silizium, Mangan undetwas Eisen, indem sich Silikat, eine neue Schlacke, bildet, welche ab-zutrennen ist.

Dann verbrennt Kohlenstoff, und zwar wesentlich auf Kosten desvorher gebildeten Eisenoxyduloxyds. Es entwickelt sich Kohlenoxydund treten Eruptionen ein; Schlacke und Eisenteile werden ausgeworfen,aas Spektrum zeigt grüne Linien.

Endlich kommt ein dritter Abschnitt: Etwa 14 Minuten nach Beginnge en die grünen Kohlenoxydlinien in ein kontinuierliches Spektrum

Wichelhaus, Chemische Technologie. HI. Aufl. 21