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Vorlesungen über chemische Technologie
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Eisen.

Öfen dieser Art können selbst aus Eisen bestehen, wenn man inder Lage ist, starke Wasserkühlung von außen anzubringen. ZumBeispiel hat Krupp in Rheinhausen einen Hochofen, dessen aus Eisenbestehende Wandung fortlaufend durch Rheinwasser gekühlt wird.Man schmilzt also Eisen in eisernen Öfen, die natürlich eine Ausfütterungvon Stein im Innern haben.

Die Reinigung der Hochofengase von dem mitgerissenen Staube,der bei der Benutzung dieser Gase mit größter Sorgfalt entfernt werdenmuß, geschieht am einfachsten mit Hilfe der von B. Rösing er-fundenen Einrichtung (vgl. Fig. 77 und 78), bei welcher zum Auf-fangen von Flugstaub in den Abzugskammern Stahldrähte aufgehängtwerden, die periodisch geschüttelt werden und den Flugstaub inTrichter fallen lassen, so daß er leicht entfernt werden kann J ).

Von der »Beschickung« und ihren Bestandteilen hängt es immerin erster Linie ab, welches Produkt man erhält:

graues Roheisen, Spiegeleisen, Ferromangan oder zwischen den-selben liegende »Roheisen« und andere Legierungen.

Aber auch das in dem Hochofen in großer Menge zugesetzteReduktionsmaterial ist nicht ohne Einfluß auf die Zusammensetzungdes Roheisens; denn Koks enthalten mehr anorganische Nebenstoffeals Holzkohle. Deshalb ist Holzkohlenroheisen, welches natürlich nurin holzreichen Gegenden hergestellt werden kann, für manche Zweckeunbedingt vorzuziehen. Es ist ceteris paribus das reinste Roheisen.

Auch Silizium, welches aus Kieselsäure reduziert wird, spielt hier-bei eine Rolle, insofern es Kohlenstoff verdrängt und als Graphit ab-scheidet. Deshalb wird Silizium häufig bei der Eisen- und namentlichbei der Stahlbereitung zugesetzt. Dies geschieht in der Form vonFerrosilizium, welches im Hochofen oder elektrisch gemacht wird.

Dabei ist nur zu berücksichtigen, daß Ferrosilizium Phosphor undArsen enthält, daher bei längerer Lagerung durch Elektrolyse in derWeise zerfallen kann, daß giftige Gase — Phosphorwasserstoff undArsenwasserstoff — entstehen.

Was den Hauptvorgang betrifft, so geben auch die dunkel ge-färbten in Menge entstehenden Schlacken durch ihre Beschaffenheit undihre Zusammensetzung einen Anhalt. Sie enthalten natürlich Eisenbzw. Mangan; namentlich aber geht in dieser Form ab: Silizium undSchwefel bis zu einer gewissen Grenze.

x ) Vgl. V. St. P. 432 440; Chemiker-Zeitung, 1890, S. 1143, sowie 1910Nr. 120; Mines and Minerals, 30, 257 (1909); Eng. and Min. Journ. 89,368 (1910), Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen, 41, 275—281 (1893).