300
Aluminium.
draht oder durch eine aus Bariumsuperoxyd und Magnesiumpulverbestehende Zündkirsche in Reaktion gebracht werden. Die Temperatursteigt auf hellste Weißglut (etwa 3000"), das entstehende Eisen schmilztzu einem Regulus zusammen, der an der Luft leicht unter lebhaftemFunkensprühen verbrennt, und das Aluminiumoxyd schmilzt zu einerSchlacke, die beim Abkühlen zu Kristallen von Korund erstarrt.
Darauf beruht das Goldschmidt sehe Schweißverfahren, das heißtdie Möglichkeit, zwei Stücke Eisen durch Umgeben mit dem zu er-hitzenden, Aluminium und Eisenoxyd enthaltenden Pulver an denBerührungsflächen so zu erhitzen, daß sie zusammenschmelzen, alsozwei eiserne Röhren zu verbinden usw.
Auf der Reduktion von Eisen aus den entstandenen Oxyden be-ruht auch die bis jetzt größte Verwendung des Aluminiums, auf diebei Stahl zurückzukommen ist.
Die große Widerstandsfähigkeit des Aluminiums gegen Salpeter-säure hat zur Verwendung an den Nitrierzentrifugen für Zellulose ge-führt, wie erwähnt.
Was die Verbindungen des Aluminiums betrifft, so ist das Silikaterst nach der Kieselsäure und im Zusammenhange mit anderen Silikatenzu besprechen. Der Umstand aber, daß der gewöhnliche Ton Aluminium-silikat ist, erklärt viele für Aluminiumverbindungen übliche Bezeichnungen.Daher kommt es, daß Aluminiumoxyd Tonerde heißt und alle Aluminium-verbindungen auch als Tonerdeverbindungen bezeichnet werden.
Wie die »Tonerde« und besonders die für Aluminiumoxydfabrikationgeeignete Tonerde erhalten wird, ergibt sich aus der weiteren Darlegung.Voranzustellen aber ist unter den technisch wichtigen Aluminium-verbindungen der sogenannte Alaun.
Der weitere Sprachgebrauch benutzt das Wort »Alaun« für alleDoppelsalze, die zwei Metalle, von denen eins Aluminium oder einisomorphes Metall ist und als Säure Schwefelsäure oder Selensäure ent-halten. Im engeren Sinne sind es Sulfate des Aluminiums mit Kalium.Natrium oder Ammonium, z. B. Kalialaun: KA1(S0 4 ) 2 f 12H 2 0. Esgibt also im ganzen viele Alaunarten. Z. B. nennt man Chromalaunein Doppelsalz: KCr(S0 4 ) 2 + 12 H ä O und Eisenalaun ein entsprechendes:KFe(S0 4 ) 2 + 12 H 2 0, obwohl beide gar kein Aluminium enthalten, wo-von doch der Name abgeleitet ist. Ferner gibt es Selensäurealaun, derin demselben Verhältnis Selensäure wie sonst Schwefelsäure enthält.
Hier aber kommen nur die dem engeren Sinne entsprechendenDoppelsalze in Betracht, und zwar zuerst Kalialaun.
Kalialaun kristallisiert in regulären Oktaedern, verliert bei 92 ° neunvon zwölf Molekülen Kristallwasser, um beim Erkalten, wenn auch lang-