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Vorlesungen über chemische Technologie
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Zündwaren.

sind natürlich nicht geeignet; aber auch andere Einwirkung derAtmosphärilien macht das Oxydationsmittel unbrauchbar.

Natriumhyperoxyd ruft z. B. auch schon beim Reiben die Ent-zündung von Schwefel hervor; trotzdem ist es in diesem Zusammen-hange nicht zu brauchen, weil es durch Feuchtigkeit und Kohlensäuregänzlich verändert wird.

Ebenso ist die Beschaffenheit der zu verwendenden Klebmittelnicht gleichgültig.

Man kann animalischen Leim oder vegetabilische Klebstoffe (Pflanzen-gummi, Dextrin usw.) anwenden. Der Unterschied, daß ersterer nurim warmen Zustande flüßig ist und warm zu verarbeitende Masseliefert, ist von großem Einfluß auf die Entwicklung der Zündwaren-industrie. Er hat zu einem Verbot von einschneidender Wirkunggeführt.

Wir sehen dabei zum ersten Male die Bedeutung der Gewerbe-hygiene. Ähnliches werden wir bei Benutzung des Quecksilbers usw.finden.

So bietet sich Gelegenheit, diese für die ganze chemische Industriewesentliche Seite der Sache zu beleuchten.

Die Herstellung der Zündmasse, welche weißen Phosphor enthält,geschieht immer in der Wärme. Man muß Phosphor, Oxydations-mittel und Klebstoff innig vermengen und dies kann nur geschehen,wenn der Phosphor geschmolzen ist. Die bei diesem, dem erstenProzeß, unvermeidlich entweichenden Dämpfe sind mit den Abzugs-vorrichtungen, die für alle schädlichen Dämpfe benutzt werden, voll-kommen zu entfernen, weil man die Apparate während der Arbeit sichselbst überlassen kann.

Anders steht es mit der nun folgenden Übertragung der Zünd-masse auf die geschwefelten oder paraffinierten Hölzchen. Sie erfolgtdurch Eintauchen in die warme Zündmasse, welche in dünner Schichtausgebreitet ist und viel Dämpfe abgibt. Damit dies gleichmäßig vorsich gehe, ordnet man die Hölzchen in Rahmen an, wie die Buch-druckerlettern.

Dazu dienen linealartige Brettchen von 0,3 m Länge und 10 cmBreite, deren obere Seite mit fünfzig Rinnen versehen ist. Nachdemje fünfzig Hölzchen in diese Rinnen gelegt sind, spannt man zehnsolcher Brettchen in einen Rahmen, stößt die zu weit hervorgetretenenHölzchen zurück und hat dann fünfhundert zusammen, die etwa 1 cmhervorragen, wie die nachstehende Fig. 72 erkennen läßt.

Auch durch Maschinenarbeit wird solches Einlegen besorgt, sodaß in einer Stunde 5060000 Stück eingelegt werden.