274
Explosivstoffe.
Draht, indem sie den Gewehrlauf verläßt: der große Stab fällt. Sieschlägt in 100 m Entfernung gegen eine Scheibe und unterbricht denzweiten Strom: der kleine Stab fällt.
Wenn dabei 100 m genau in Vio Sekunde durchflogen werden,kommt die Marke gerade in die Mitte der langen Hülse, bei Ab-weichungen etwas mehr nach oben oder nach unten. Diese Abweichungwird gemessen.
Die Wirkung der Sprengstoffe mißt man nach dem schon bei denZündmitteln erwähnten Prinzip wie folgt:
Ein Bleiklotz von 200 mm Höhe und 200 mm Durchmesser hateine Ausbohrung von 125 mm Tiefe und 25 mm Durchmesser. Indiese Ausbohrung paßt die Sprengstoffpatrone von 10 g Gewicht»deren Wirkung zu messen ist. Sie wird durch Initialzündung ab-geschossen und bewirkt eine Ausbauchung, deren Größe den Maß-stab für die Wirkung gibt. Vorher und nachher wird durch Ein-gießen von Wasser die Anzahl der Kubikzentimeter, welche den Hohl-raum ausmachen, festgestellt.
Von 62 ccm Höhlung ausgehend, kommt man durch die Wirkungvon 10 g Chloratsprengstoff dazu, daß sich eine Höhlung von 263 ccmbildet. Die Wirkung, die sich in dem weichen Blei so verrät, ist großgenug, um gewisse Mengen Erz und Stein, d. h. spröde Stoffe, inbrauchbarer Weise zu sprengen.
Die Wirkung von Dynamit ist erheblich größer, wie der Vergleichmit anderen Bleiklötzen zeigt. Überhaupt bekommt man dadurch denMaßstab des Vergleichs in die Hand.
Außer diesen Prüfungen sind Vorsichtsmaßregeln sowohl beimBetriebe der Fabriken, wie beim allgemeinen Verkehr mit Explosiv-stoffen wesentlich. Sie leiten sich von einem gemeinsamen Gesichts-punkt ab, und zwar davon, daß, wie zu Anfang hervorgehoben wurde,das Verhalten dieser Stoffe von den Bedingungen abhängig ist. Mankann also ein Maximum und ein Minimum der Wirkung erzielen.Bei der regelrechten Benutzung bringt man das Maximum meistensdadurch zustande, daß man die Explosivstoffe fest einschließt.
Deshalb stampft man Pulver fest in die Patronen ein; diesehaben meistens einen Blechmantel im Innern, wenn sie nicht ganz ausMetall bestehen, so daß die Ladung von Pulver mit der vorgelegtenKugel oder dem vorgelegten Schrot in abgeschlossenem Räume ist.Ferner passen die sogenannten Patronen genau in das Gewehr oderGeschütz. Sie können ganz klein, von gewöhnlicher Größe oder auchsehr groß sein; immer haben sie das Kaliber des Gewehrlaufs oderGeschützrohrs. Es bleibt zwischen beiden kein freier Raum.