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Vorlesungen über chemische Technologie
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Sprengstoffe.

ist es aber, die bei der großen Auswahl, die wir haben, nun von jedemallgemein einzuführenden Explosivstoff verlangt wird. Erst wenn diesefeststeht, ist es zulässig, ein Schießmittel dem Soldaten, einen Spreng-stoff dem Bergarbeiter in die Hand zu geben; dann erst haben dieseStoffe wirkliche Bedeutung. Deshalb hat das Schwarzpulver noch seinenWert, und deshalb prüft man im allgemeinen auf die Wirkung.

Die eben hervorgehobene Sicherheit im Verkehr und Sicherheitbei der Benutzung durch Soldaten, Bergarbeiter usw. beruht auf ein-gehender Prüfung der Explosivstoffe. Für diese schon bei demSchwarzpulver als unentbehrlich bezeichnete Prüfung gibt es ausgebildeteMethoden.

Schon der Knallsatz, mit welchem Zündhütchen und Sprengkapselngefüllt werden, wird auf seine Wirkung geprüft, indem man die Kapselauf einer Bleiplatte abschießt und die Tiefe bzw. den Umfang der ent-stehenden Höhlung mißt.

Für Schießmittel und Sprengstoffe gibt es meistens Abnahme-bedingungen, die von der Militärbehörde und von anderen gestelltwerden. Deren Erfüllung ist nachzuweisen auf Grund regelmäßig aus-zuführender Proben. Die Grundsätze, nach denen man bei Schieß-pulver verfährt, gehen aus folgenden Andeutungen hervor.

1. An einer starken, zweischenkligen Feder aus Stahl läßt sichein kleines Rohr, welches genügend stark ist und mit einer kleinenMenge irgendeines Pulvers geladen wird, so anbringen, daß durchden Schuß die beiden Schenkel der frei aufzuhängenden Feder ein-ander genähert werden. Dadurch wird eine Marke verschoben unddie Verschiebung abgelesen.

Man mißt also die Wirkung einer kleinen Menge. Dies geschiehtauch in folgender Weise.

2. Die sogenannten ballistischen Pendel dienen zur Messung derKraft eines Schießpulvers in der Weise, daß man die Kugel aus be-stimmter Entfernung gegen einen Pendel schießt. Der Ausschlag desPendels gibt dann den Maßstab für die geäußerte Wirkung. Eineandere Messung ist die folgende.

Der Druck, welcher von den Gasen, die bei irgendeiner Explosionentstehen, ausgeübt wird, ergibt sich aus der sogenannten Stauchungvon Kupferzylindern. Man läßt die Explosion einer kleinen Mengeder zu prüfenden Substanz in einer Stahlkammer von bekanntem Raum-inhalt erfolgen. Die Kammer ist an der einen Seite durch einen ver-schiebbaren Stahlstempel verschlossen; dieser Stempel überträgt denGasdruck auf Kupferzylinder von 8 mm Durchmesser und 13 mm Höhe )sodaß diese »gestaucht« werden. Die Zusammenpressung des Kupfers