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Schießmittel.
B. Schießmittel.
Bevor man Zündmittel dieser Art kannte, wurden die Schießmitteldurch den Funken, der beim Schlagen von Stahl an Feueuerstein ent-steht, zur Wirkung gebracht.
Das Schießpulver oder Schwarzpulver ist der am längsten im Ge-brauch befindliche, in der einen oder anderen Weise entzündete Stoffdieser Art; wir bedienen uns seiner seit beinahe 600 Jahren und habeneine ungewöhnliche Summe von Erfahrungen darüber zur Hand. Dazukommt, daß an die Schießmittel Anforderungen bei gewöhnlichemGebrauche gestellt werden, die für Zündmittel und Sprengstoffe nichtsolche Bedeutung haben.
Ein gutes Schießpulver muß nicht nur starke Treibkraft äußern,sondern die Gewehrläufe dabei unverändert lassen, weder in der Formverändern noch chemisch angreifen.
Deshalb kann man bei dem Schießpulver die Theorie der Wirkungmit Berücksichtigung aller Verhältnisse auseinandersetzen. Es empfiehltsich also, diese Theorie mit den
Eigenschaften des Schwarzpulvers zu verbinden und voran-zustellen. Das Schwarzpulver ist kein chemisches Individuum, aberauch kein Gemenge gewöhnlicher Art. Es besteht aus Körnern oderStücken eines stark durch Pressung verdichteten Gemenges vonSchwefel, Salpeter und sogenannter Kohle.
Diese „Kohle" enthält etwa 80 °/o Kohlenstoff, neben Wasserstoffund Sauerstoff. Die Menge des Kohlenstoffes dieser Kohle, welcheaus Holz erhalten wird, macht so viel aus, daß man folgendes Ver-hältnis der wesentlichen Bestandteile des Schwarzpulvers hat:7 Schwefel + 16 Kalisalpeter + 21 Kohle.
Die damit aufgestellte Gleichung gibt nur ein ungefähres Bildvon dem Vorgange, weil Kohle noch Wasserstoff und Sauerstoff ent-hält. Das Bild ist aber insofern wesentlich, als es die beiden Gruppender entstehenden Stoffe erkennen läßt: erstens die Gase, welche Raumeinnehmen, und zweitens die festen Stoffe, welche Rauch bilden. Man hat7 S + 16 KN0 3 + 21 C = 8 N 2 + 13 C0 2 +
Schwefel Kaliumnitrat Kohlenstoff Stickstoff
3 CO + 5K 2 C0 3 + K 2 S0 4 +
Kohlenoxyd Kaliumkarbonat Kaliumsulfat Kaliumtrisulfid.
Es bildet sich demnach erstens bei der Verbrennung des Schwarz-pulvers viel Rückstand, d. h. es gibt starken Rauch. Die unvollständigeVerbrennung bedeutet zweitens einen im ganzen mäßigen, berechen-baren Vorgang. Deshalb war die allgemeine Benutzung des Schieß-
Kohlensäure
2 K 2 S 3