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Vorlesungen über chemische Technologie
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Wirkung der Zündmittel.

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scheinungen, d. h. Explosionen, treten leicht ein, wenn man die trockeneVerbindung reibt, stößt oder entzündet. Dabei zerfällt das Ganze nachder Gleichung:

HgC 2 N 3 0 3 = 2 CO + N 2 + Hg

Knallquecksilber Kohlenoxyd Stickstoff Quecksilber.

An Stelle eines festen Körpers, der wenig Raum einnimmt, tretenGase und Dämpfe, die viel mehr Raum beanspruchen. Dadurch istdas Wesen einerExplosion" bezeichnet, und daraus folgen die ein-tretenden Erscheinungen.

Diese Erscheinungen sind aber sehr verschieden je nach den Um-ständen, und zwar nicht bloß beim Knallquecksilber, sondern bei allenZündmitteln, Schießmitteln und Sprengstoffen. Alle haben nur beirichtiger Art der Anwendung diese oder jene Wirkung.

Da man nun bestimmte Wirkung bei der Anwendung haben will,anderseits aber diese Stoffe im allgemeinen Verkehr möglichst un-gefährlich zu machen sind, kommt auf die Umstände bei der Zersetzungviel an.

Für die Auffassung der ganzen Sache sind hiernach folgendeUnterschiede wesentlich.

1. Bei den meisten Explosivstoffen tritt Verpuffung ein, wenn mans 'e im freien Räume auf die Temperatur des Zerfalls erhitzt. Wenndabei viel brennbare Gase entstehen, tritt Feuerschein ein; bleibt vielfeste Masse, so beobachtet man diese als Rauch. Knallquecksilberz - B. verpufft im freien Räume mit unbedeutender Feuererscheinungund wenig Rauch. Der Name wird durch diesen Vorgang noch nichtgerechtfertigt; ein Knall tritt erst ein, wenn die Substanz in mehr oderweniger abgeschlossenem Räume zur Zersetzung gebracht wird.

2. Dies kann schon durch Schlag oder Stoß, z. B. beim Auffalleneines Gewichts, geschehen: der Raum wird teilweise abgeschlossen,und die plötzlich entwickelten Gase entweichen mit Knall.

3. Schließt man den Raum vollständiger ab, so tritt neben demKnall noch etwas hinzu, nämlich Wirkung der Gase auf die ab-schließenden Wände. Diese Wirkung ist dann eine verschiedene;darauf beruht die allgemeine und wichtige Benutzung.

Sind die Anordnungen so getroffen, daß sich der Stoß der ent-wickelten Gase gegen nachgebende Wände richtet oder Umhüllungenzerschlägt, welche den Stoß der Gase weitergeben, so tritt Zertrümme-rung der Wände, d. h. Sprengwirkung ein.

Bringt man z. B. eine Sprengkapsel, d. h. ein mit Knallquecksilber'eschicktes Hütchen aus dünnem Kupferblech, im Innern eines starken

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