Vorkommen des Kalisalpeters.
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besonderer Kontaktstoffe entsteht, und zwar in kurzen Zeiträumen. Sieberuhen darauf, daß reaktionsfähige Kaliverbindungen mit organischen,stickstoffhaltigen Verbindungen unter günstigen Verhältnissen zusammen-treffen. Die reaktionsfähigen Kaliverbindungen entstehen durch Ver-witterung von Kali-Feldspat, also durch einen Vorgang, auf dessenallgemeine Bedeutung (bei dem Porzellan) noch einzugehen ist.
Die günstigen Bedingungen sind, daß organische Stoffe auf solchenVerwitterungsprodukten in Zersetzung geraten, so daß Ammoniak ent-steht, und durch eine gewisse Wärme oxydiert wird. TropischesKlima wirkt am besten. Besonders lebhaft vollzieht sich daher dieSalpeterbildung in Ostindien, wenn der Ganges, wie es alljährlich statt-findet, ausgetreten ist. Der Fluß hinterläßt kalihaltigen Schlamm undviel Stickstoffverbindungen, beides fein verteilt und veränderlich. DasKlima ist außerdem derart, daß lange Zeit hohe Temperatur auf dasGemenge wirkt. Der Kalisalpeter wuchert daher wie eine Vegetationaus diesem Schlamme hervor, und zwar nach dem ersten „Abkehren"noch einmal, so daß man im ganzen etwa 25 000 Tonnen jährlich ausdieser Quelle als „Rohsalpeter" bezieht. Ähnliche Erscheinungen be-obachtet man auf Ceylon, in Ägypten, in Südamerika, sogar auch inSpanien und in Ungarn.
Man muß sich aber klar sein, daß die Bedingungen, unter welchender Boden Kalisalpeter liefert, zugleich die Bedingungen für guteErnten sind. Wenn der Boden Kalisalze und Stickstoffverbindungenenthält, können wir Weizen bauen; in Indien weiß man sehr gut, daßder Boden, auf dem „Kehrsalpeter" wuchert, für Tabak, Mais undIndigo taugt.
Also übermäßig wird man von diesen Verhältnissen keinen Ge-brauch machen, solange Chilisalpeter zu haben ist. Doch läßt sichaus diesen alljährlich und an vielen Orten stattfindenden Neubildungenein Verfahren der Salpeterdarstellung für den Fall der Not ableiten.
Dann hat sich weiter ergeben, daß nicht gerade Kali nötig ist,sondern Kalk in ähnlicher Weise wirkt, daß also das allgemein zurVerfügung stehende Calciumkarbonat und leicht zerfallende tierischeAbgänge, insbesondere Harn, die nötigen Bedingungen zur Salpeter-bildung herzustellen gestatten.
Darauf gründet sich der Betrieb der sogenannten Salpeterplantagen,•n denen man durch Anhäufung der genannten Stoffe zunächst Calcium-nitrat bildete, welches mit Pottasche umgesetzt wurde und dann Kali-salpeter lieferte. In Frankreich bestand früher sogar ein Monopol destaates für diesen Betrieb, indem aller kalkhaltige Bauschutt für Staats-eigentum erklärt war und in passenden Anlagen (salpetrieres) mit stick-
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