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Natriumhydroxyd, Ätznatron, kaustische Soda NaOH.
die Form des Graphits an — ein Beweis für die Heftigkeit des Vor-ganges und die Höhe der Temperatur. Nachdem man den Graphit usw.von der Oberfläche abgenommen hat, wird die klare, starke Lauge inGefäße von Eisenblech abgelassen, in denen sie erstarrt.
Natürlich ist dieses Ätznatron nicht vollkommen rein, aber fürdie großen Zwecke geeignet, vorausgesetzt daß Schwefel-, Cyan- undEisenverbindungen richtig entfernt sind, die letzteren durch Absitzen-lassen.
Daneben ist nun das durch Elektrolyse erhaltene Natron imGebrauch. Wie schon erwähnt, kann eine konzentrierte Lösung vonChlornatrium durch den elektrischen Strom zerlegt werden, so daßman Chlor erhält. Andrerseits wird dann Natrium frei, welches beiGegenwart von Wasser alsbald in Ätznatron übergeht, so daß Wasser-stoff entweicht, also drei Produkte entstehen. Der Wasserstoff ist reinerals der aus Metallen und Schwefelsäure entwickelte, welcher Kohlen-wasserstoff, Schwefelwasserstoff (aus Eisen), Arsenwasserstoff und der-gleichen enthalten kann.
Man zieht daher den elektrolytischen Wasserstoff vor, wenn essich um Verdichtung desselben bezw. um Verwendung für Luftschiff-fahrt, zum Bleilöten usw. handelt.
Außerdem kann man reineres Ätznatron für den Kleingebrauch her-stellen durch Umkristallisieren des Rohprodukts aus Alkohol sowiedurch Zersetzung von Soda nach der Gleichung:
Na 2 CO a + Ca(OH) 2 = 2NaOH + CaCO a
Natriumkarbonat (Soda) Ätzkalk Ätznatron Calciumkarbonat.
Dazu kann natürlich jede Art von Soda dienen, und es hängt vondem Reinheitsgrade der letzteren ab, was man erhält.
Ganz rein kann endlich das Natron durch Einwirkung von metalli-schem Natrium auf Wasser gewonnen werden.
Anwendungen. Hauptsächlich dient Ätznatron zur Zerlegungder Fette in der Seifen- und Stearinsäurefabrikation. Dann zur Reinigungder Produkte der trockenen Destillation, ebenso für Phenol wie fürPetroleum, Paraffin usw.; ferner für Holzzellulose, für Natronwasser-glas und in der Farbstoffindustrie, d. h. für den großen, in unzähligenFällen ausgeführten Prozeß der Alkalischmelze der Sulfosäuren.
Natriumhydroxyd führt auch weiter zu metallischem Natriumdurch Elektrolyse. Entweder führt man die Kathode von unten in dasÄtznatron bis nahe an die Oberfläche oder von oben, so daß sienur eben berührt. Das Gefäß, in welchem Natron geschmolzen ist,und die Kathode bestehen aus Eisen. Die Natriumkügelchen steigen,durch Wasserstoff gehoben, in die Höhe und werden abgeschöpft.