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Vorlesungen über chemische Technologie
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Chlornatrium.

von sekundären Abscheidungen — aus wieder aufgelöstem Salz ent-standen — kleiner sind. Da nun das Lager mit den großen Ringenetwa 900 Meter stark ist, so haben zu seiner Bildung wenigstens10 000 Jahre gehört. In dieser Zeit hat natürlich eine enorme Schichtvon Lauge ihren Druck auf die regelmäßig sich ausscheidende Kristalli-sation von Chlornatrium ausgeübt. Infolge dessen ist erstens das Stein-salz durch Zusammenpressung der einzelnen Kristallwürfel so kompaktgeworden, wie man künstlich Chlornatrium nicht erhalten kann. Esist weiterhin die übrige Lösung nach oben gedrängt — in die freienRäume, in denen schon vor der Kristallisation des Chlornatriums eine

Flg. 2. Salzbergwerk von Staßfurt.

weniger feste, bröckliche Abscheidung der schwerlöslichen Salze, ins-besondere des Calciumsulfats, stattgefunden hatte.

Da schließlich fast alles zur Trockne gebracht wurde, so findetsich in diesen oberen Räumen auch die Kristallisation der Mutterlauge,also die Summe der leichter löslichen Salze, unter denen Chlor-magnesium und Kalisalze die Hauptrolle spielen. In dieser ebenfallsnicht kompakten Ablagerung finden sich fast alle Bestandteile desMeerwassers, welche übrigblieben, als das Chlornatrium auskristallisiertwar. Alles dies ist im Staßfurter Lager deutlich zu erkennen (vgl. dieZeichnung Figur 2). Durch besondere Gunst der Umstände ist alleserhalten geblieben, wie bei absichtlich in größtem Maßstabe angestelltemExperiment.

Der Beweis, daß dieses Lager aus Meerwasser entstanden ist, be-