188 Einwirkung der Metalle und ihrer Verbindungen auf Säuren bzw. Ester
Molekularrefraktion des Esters kann man alsdann Schlüsse auf even-tuelle doppelte Bindungen in der Säure ziehen. Die Bildung des Estersnach der angegebenen Methode durch Einleiten von Salzsäure leidet jedochan dem Überstand, daß sie wegen der Möglichkeit der Invertierung usw.auf eine große Anzahl von Säuren, mit denen wir es in der Chemie derätherischen Öle zu tun haben, nämlich auf ungesättigte und auf cyklischeSäuren nicht gut anwendbar ist. In diesem Falle geht man vom Silber-salz aus und läßt auf diese gut getrocknete Verbindung Jodalkyl ein-wirken. Das Reaktionsprodukt fraktioniert man alsdann am besten imVakuum, da die niedrigen Jodalkyle im Vakuum vollkommen verdunsten. —In vielen Fällen genügt für die Darstellung der Ester Kochen des Alkoholsmit dem Säureanhydrid. — Schließlich müssen wir als Darstellung fürdie Ester, die bei vielen ätherischen Ölen Anwendung findet, noch angeben,daß wir von den Alkoholaten ausgehen können. Diese Alkoholate bringtman in Wechselwirkung mit den Chloriden oder Anhydriden der Säuren.Das Ganze gießt man nach beendigter Reaktion in Wasser, fügt unterUmständen etwas Soda hinzu, äthert aus usw. Auf diese Weise lassensich die Acetate vieler Alkohole, wie Linalylacetat, gewinnen. Die sonstigenEigenschaften der Ester haben wir bei den einzelnen Einwirkungsreagentienkennen gelernt. — Die Einwirkungen der Säuren und Alkohole aufeinanderusw. sind bei den Alkoholen selbst eingehend erwähnt worden.
Ketone, Aldehyde, Phenole reagieren in vielfacher Weise mitSäuren und ihren Estern. Diese Umsetzungen sind bei genannten Gruppenerörtert worden.
Blausäure, Isocyansäure, Nitrile sind für die Einwirkung aufSäuren und Ester nicht von Wichtigkeit, ebensowenig Amine, Serni-carbazid usw.
Einwirkung der Metalle und ihrer Verbindungen auf Säuren bzW.Ester. Die einwertigen Metalle der Alkalien wirken natürlich auf Säurenin der Weise ein, daß Wasserstoff der Carboxylgruppe ersetzt wird, sodaß die Alkalisalze entstehen. Bei der Einwirkung von z. B. Natrium aufgewisse Ester wissen wir, daß Wasserstoff ersetzt werden kann, wennderselbe in bestimmter Stellung, sei es zu der Estergruppe oder einerKetogruppe, steht. So ist Wasserstoff namentlich reaktionsfähig, wenner entweder zwischen zwei Carboxalkylgruppen (wie in den Malon-säurealkylestern) oder zwischen einer Keto- und einer Carboxalkylgrupp e(wie im Acetessigester) steht; auch gewisse andere Stellungen von H-Atomenin Estern machen dieselben reaktionsfähig. Diese entstehenden Natriuin-verbindungen sind, wie wir aus der allgemeinen organischen Chemiewissen, sehr reaktionsfähige Verbindungen; bei den einzelnen Säurenwerden wir auf die vielfacben Umsetzungen zurückkommen.
Die Oxyde bzw. Hydroxyde der einwertigen Metalle liefern mitden Säuren die' Alkalisalze, während die Ester von ihnen zu den Säurenund Alkoholen verseift werden. Die Verseifung wird gewöhnlich in alko-holischer Lösung mit KOH vorgenommen. Zur Darstellung der Alkali"salze neutralisiert man möglichst genau mit Soda, dampft zur Trockne