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1 (1906) Allgemeiner Teil; Methanderivate
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148
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148 Einwirkung von naszierendem Wasserstoff auf Aldehyde bzw. Ketone

hydrate ersetzen in den Alkoholen den Sauerstoff durch Schwefel; diebisher erhaltenen Merkaptane sind wenig charakteristisch.

Die Metallhalogenide sind gegen Alkohole entweder indifferent,oder aber sie wirken als stark wasserentziehende Mittel; zu letzterenmüssen wir z. B. das Zinkchlorid rechnen. Menthol läßt sich durch Ein-wirkung von Zinkchlorid ziemlich glatt in Menthen überführen. VieleAlkohole unterliegen auch hierbei natürlich der Invertierung und Poly-merisierung. Aluminiumchlorid hat man bisher wenig auf Alkohole ein-wirken lassen. Über Addition von Ferri-, Ferro- und Kobalticyanwasser-stoff an (besonders sekundäre) Alkohole wie Borneol, Menthol usw. siehev. Baeyee und Villiger, B. 34, 2691 (1901).

Werfen wir einen Blick auf die Reaktionsprodukte, welche durchdie Einwirkung der verschiedensten Moleküle auf Alkohole hervorgerufenwerden, so eignen sich zu Identifizierungen z. B. die Anlagerungsproduktedes Nitrosylchlorids an viele ungesättigte Alkohole und die aus ihnendarstellbaren Nitrolamine; ferner sind charakteristisch die Phenylurethane,auch die Urethane dürften in manchen Fällen zu Abscheidungen guteDienste leisten, ebenso die Phtalestersäuren und ihre Silbersalze, fernerdie durch Oxydation erhaltenen Ketone oder Aldehyde. Für die quanti-tative Bestimmung wird die Veresterung und die Bestimmung des gebil-deten Esters entscheidend sein, auch die Überführung in die Phtalester-säure und nachherige Verseifung läßt sich verwenden. Nach letztererMethode kann auch die Trennung der Alkohole von andern Körpern,wie von Ketonen, Aldehyden usw. durchgeführt werden. Ebenso erlaubt,wie oben erwähnt, diese Methode auch die Trennung der Alkohole von-einander, da in den meisten Fällen besonders primäre Alkohole mitdiesem Reagens in Wechselwirkung treten.

III. Aldehyde und Ketone.

Die sich in den ätherischen Ölen als Bestandteile vorfindenden Alde-hyde und Ketone gehören zu den reaktionsfähigsten Verbindungen, diewir haben; aber außer den Bisulfitverbindungen ist es erst in den letztendreißig Jahren gelungen auch aus diesen Verbindungen gut kristallisierendeDerivate zu gewinnen.

Einwirkung von naszierendem Wasserstoff auf Aldehyde bzw. Ketone.Da die Aldehyde die Oxydationsprodukte von primären Alkoholen, dieKetone jene von sekundären Alkoholen sind, so werden beide Körperzwar vielfach gleiche Reaktionen zeigen, aber immerhin treten natürlich Ver-schiedenheiten auf wegen des in der Aldehydgruppe noch an C gebundenenH-Atoms. Nichtsdestoweniger sollen Aldehyde und Ketone zusammenabgehandelt werden, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden. Aldehydeund Ketone müssen als ungesättigte Verbindungen aufgefaßt werden, auchwenn sie im übrigen Molekül gesättigt sind; als ungesättigte Verbindungbezeichnen wir eine solche, in der zwei benachbarte Atome mit mehrals einer Valenz aneinander gekettet sind, mögen die Atome gleich-