Anlagerung von organischen Kohlenstoffverbindungen an Kohlenwasserstoffe 121
Chlorkohlenstoff nicht in Reaktion gebracht worden. Ebensowenig scheintman günstige Resultate mit der Anlagerung von CO, C0 2 , CS 2 , COS,C0C1 2 usw. erzielt zu haben. Wie wir bei den Alkoholen sehen werden,haben wir im Schwefelkohlenstoff ein Molekül, welches sehr gut kristalli-sierende Anlagerungsprodukte liefert. Auch die Elemente der Kohlensäurein ähnlicher Weise wie ClOH oder H 2 S0 4 usw. an Kohlenwasserstoffe an-zulagern ist bisher nicht geglückt,
Anlagerung von organischen Kohlenstoffverbindungen an Kohlenwasser-stoffe. Die Kohlenwasserstoffe selbst lassen sich mit Kohlenwasser-stoffen unter Addition nicht verkuppeln, dagegen sind wir imstande, mitKohlenwasserstoffradikalen Substitutionen in Kohlenwasserstoffen auszu-führen, eine Reaktion, welche sich nach den allgemeinen Regeln derBildung der Kohlenwasserstoffe ausführen läßt. Wir haben es in derHand, wenn wir nach der Methode von Wurtz verfahren, entweder zuKohlenwasserstoffen, die noch ungesättigt sind, oder zu gesättigten homo-logen Kohlenwasserstoffen zu gelangen. "Dm die WuBTZsche Methode aus-zuführen, stellen wir zunächst die Halogensubstitutionsprodukte dar; fügenwir z. B. zum Limonen ein Molekül HBr hinzu, so bekommen wir dasaktive ungesättigte Limonenmonobromhydrat, welches sich mit Halogen-alkyl unter Hinzufügung von metallischem Natrium in absolut ätherischerLösung vereinigen läßt, auch kann man Mg auf die Jodide von Alkohol-radikalen einwirken lassen. Fügt man genügend Halogenwasserstoff zudem Kohlenwasserstoff hinzu, daß er gesättigt wird, so erhält man gesättigtehomologe Kohlenwasserstoffe. Es lassen sich sowohl Homologe von Kohlen-wasserstoffen der Methan-, als auch der cyklisch-hydrierten und derBenzolreihe darstellen.
Versuche Halogensubstitutionsprodukte der Kohlenwasserstoffeanzulagern, also z. B. Chloroform oder Jodoform, sind bisher ebensoweniggeglückt wie jene von Tetrachlorkohlenstoff.
Anders verhalten sich dagegen die Erfolge, welche man bei der An-lagerung von Sauerstoffderivaten der Kohlenwasserstoffe an Kohlen-wasserstoffe der ätherischen Öle erreicht hat. Alkohole und Ketoneallerdings scheint man bisher vergeblich auf Kohlenwasserstoffe, auch aufsolche ungesättigter Natur, eingewirkt haben zu lassen. Nur an gewisseTerpene scheint sich Alkohol, z. B. Äthylalkohol analog der Bertram sehenAcylierungsmethode anlagern zu lassen. Semmlbr konnte durch Ein-wirkung von Äthylalkohol + konz. H 2 S0 4 auf Kämpfen den Äthylätherde s Isoborneols erhalten; analog dürften andere semieyklische Terpenereagieren.
Ersetzt man in den Alkoholen den Sauerstoff durch Schwefel, soerhält man die Merkaptane. Im Gegensatz zu den Alkoholen sinddie Merkaptane befähigt mit gewissen Kohlenwasserstoffen in Reaktionzu treten; die Merkaptane unterscheiden sich also in dieser Reaktionauch wesentlich von den Alkoholen. Posner hat Merkaptane auf Limonen,Terpinen, Kämpfen usw. einwirken lassen; bei dieser Reaktion entstehenThioäther, welche sich zu teilweise kristallinischen Verbindungen, den