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Einwirkung der physikalischen Kräfte unter Änderung der Moleküle
oder schließlich auch durch Kombination beider Einwirkungskräfte zeigt.In der Bestimmung der Verbrennungswärme hatten wir einen Übergangder physikalischen in die chemischen Eigenschaften der Bestandteile derätherischen Öle.
Einwirkung der physikalischen Kräfte auf die Bestandteile der ätherischen
Öle unter Änderung der Moleküle.
(Chemische Veränderung durch physikalische Kräfte.)
1. Einwirkung- des Drucks und der Wärme.
Bei Einwirkung der physikalischen Kräfte müssen im vorliegendenFalle chemische Veränderungen vor sich gehen. Was den Druck anlangt,so scheint derselbe bei gewöhnlicher Temperatur angewendet von keinemEinfluß auf die chemische Zusammensetzung des Moleküls zu sein, d. h.die Atome scheinen im Molekül durch höheren oder geringeren Druck inihrer Gleichgewichtslage nicht gestört zu werden, wenn wir bei gewöhn-licher Temperatur arbeiten. Auch bei höherer Temperatur dürfte eswohl im wesentlichen diese letztere sein, welche Veränderungen derMoleküle hervorruft; denn Verbindungen, welche sich z. B. im Vakuumbei 200° destillieren lassen, halten auch ein Erhitzen bei gewöhnlichemDruck auf 200° aus, wenn wir nur sonstige Einwirkungen, wie z. B. denSauerstoff der Luft, fernhalten. Anders jedoch verhält es sich mit derWärme. In ihr besitzen wir ein Mittel, um aus einem Molekül andereentstehen zu lassen, und gerade, wenn wir die Wärme auf Bestandteileder ätherischen Öle einwirken lassen, nehmen wir wahr, wie die weitest-gehenden molekularen Umwandlungen eintreten. Auch diesem Umständeist es zuzuschreiben, daß die ätherischen Öle der Erkenntnis ihrerKonstitution so starken Widerstand entgegensetzen; ganz besondersempfindlich gegen die Wärme zeigen sich wiederum die cyklisch-hydriertenVerbindungen, zu denen die meisten Terpene und Kampferarten gehören;aber auch gewisse Glieder der Methanreihe wie Myrcen, Linalool, Citralusw. sind sehr umlagerungsfähig bei höherer Temperatur.
Betrachten wir die chemischen Veränderungen, die mit den einzelnenMolekülen der Bestandteile bei höherer Temperatur vor sich gehen, sokönnen wir im allgemeinen bemerken, daß es Spaltungen und Konden-sationsreaktionen sind; sind noch andere Agentien zugegen, so tretennatürlich kompliziertere Verhältnisse ein, besonders werden Oxydations-reaktionen bei Gegenwart von Sauerstoff ausgelöst. Was zunächst dieSpaltungsverhältnisse anlangt, so entstehen bei dieser Reaktion durch dieEinwirkung der Wärme aus einem Molekül mehrere. Erhitzen wir z. B-Kohlenwasserstoffe der ätherischen Öle sehr stark in der Bombe, so findenwir bei Anwendung von Terpenen häufig niedrig molekulare Kohlen-wasserstoffe, wie das Isopren. Aber auch die Vereinigung von zwei undmehreren Molekülen zu hochmolekularen Substanzen sehen wir häufigvor sich gehen. Ein Teil der sogenannten Verharzungsvorgänge ist aufdiese Kondensationen zurückzuführen; es kann dabei gleichzeitig Wasser